Lesen: Strike belastet Samsung: KOSPI fällt nach Rekordhoch deutlich

Strike belastet Samsung: KOSPI fällt nach Rekordhoch deutlich

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Die großen Börsen im Asien-Pazifik-Raum gaben am Freitagmorgen nach, und Südkoreas Leitindex KOSPI rutschte um 5,50% ab. Nach einem Rekordstand von 8.046,78 Punkten lag der Index um 8:28 Uhr Moskauer Zeit bei 7.542,16 Punkten.

Auch geriet unter Druck. Die Aktie verlor 6,80%, nachdem sie am Donnerstag noch um 4,23% gestiegen war. Auslöser der neuen Schwäche ist laut Analysten die Unsicherheit um mögliche strike-bedingte Produktionsausfälle und die Frage, ob das Unternehmen seine Verpflichtungen gegenüber Kunden weiter reibungslos erfüllen kann.

Im Zentrum steht ein Konflikt mit der größten Gewerkschaft des Konzerns. Am Mittwoch hatten Management und Gewerkschaft in Sejong unter Vermittlung der verhandelt. Streitpunkt war das Bonussystem. Die Gewerkschaft verlangt Bonuszahlungen in Höhe von 15% des operativen Gewinns, die Aufhebung der Deckelung und eine feste Verankerung des Systems.

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Die Nervosität trifft den Markt nicht zufällig. Der KOSPI war zuvor von einer KI-getriebenen Rally getragen worden, bei der Samsung Electronics wegen seiner dominanten Position im Speicherchip-Markt zu den wichtigsten Stützen gehörte. Dass ausgerechnet dieser Titel nun wegen eines Arbeitskonflikts unter Druck gerät, trifft den Index doppelt: über die Schwäche der Aktie selbst und über die Sorge, dass die Lieferkette ins Stocken geraten könnte.

Die Börse preist damit nicht nur einen Tarifstreit ein, sondern ein operatives Risiko. Selbst ein kurzer Ausstand könnte bei einem Konzern wie Samsung schnell über die Fabrikmauern hinaus wirken und Anleger dazu bringen, Wettbewerber als kurzfristige Gewinner zu sehen. Für den Markt am Freitag heißt das: Die Frage ist nicht mehr, ob die strike-Debatte Gewicht hat, sondern wie stark sie Samsungs Rolle als Stütze des KOSPI beschädigen kann.

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