Trinity Capital führt eine neue Dividendenauswahl mit einer Rendite von 17,4 Prozent an. Der US-Business Development Company zahlt jährlich 2,55 Euro je Aktie und notierte zuletzt bei 14,64 Euro, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 14 Prozent zugelegt.
Die hohe Ausschüttung kommt nicht aus dem Nichts. Als BDC in den USA muss Trinity Capital gesetzlich mindestens 90 Prozent des zu versteuernden Einkommens ausschütten, um den steuerbegünstigten Status zu behalten. Das Unternehmen finanziert vor allem Venture Debt und strukturierte Kredite für schnell wachsende Technologiefirmen. Für Anleger ist das ein doppeltes Signal: Die Dividende ist üppig, aber sie hängt auch an einem Geschäftsmodell, das von den Schwankungen junger Wachstumsunternehmen lebt.
Auf Platz zwei folgt Samsung Electronics mit einer Dividendenrendite von 16,3 Prozent. Der Konzern zahlt eine jährliche Ausschüttung von rund 738 USD je Aktie, getragen von einer Erholung im Speicherchipgeschäft. Die Preise für DRAM und NAND haben sich erholt, der freie Cashflow ist deutlich gestiegen. Samsung hat zudem wiederholt erklärt, überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Damit wirkt die Rendite nicht nur wie eine reguläre Ausschüttung, sondern auch wie ein Ergebnis der zyklischen Erholung und möglicher Bilanzoptimierung.
Woodside kommt in der Rangliste auf 10,5 Prozent und zahlt rund 2,00 Euro je Aktie im Jahr. Die Aktie des größten Energieunternehmens Australiens stand zuletzt bei 19,11 Euro. Woodside gehört zu den weltweit führenden LNG-Produzenten, und die Dividende spiegelt freie Cashflows aus Flüssiggasprojekten und die Lage auf den Gasmärkten wider. Auch hier gilt: Die hohe Rendite ist attraktiv, aber sie hängt an einem Rohstoffgeschäft, das sich schnell drehen kann.
Die Liste umfasst insgesamt fünf Aktien mit Renditen zwischen 8,6 und 17,4 Prozent. Genau darin liegt der Reiz solcher Dividendenaristokrat-Listen: Sie versprechen laufende Erträge, aber sie zeigen auch, wie stark hohe Renditen von Struktur, Zyklik und Kapitaldisziplin abhängen. Wer nur auf die Zahl blickt, sieht den Ertrag; wer genauer hinsieht, erkennt das Risiko dahinter.

