Das italienische Gesicht für den Eurovision Song Contest 2026 reist mit offenen Fragen ins Finale. Sal Da Vinci soll Italien am Samstagabend, 16. Mai, in der Wiener Stadthalle in Wien vertreten, doch seine Auftritte unter der Woche ließen Zweifel an seiner Form aufkommen.
Der 57-Jährige stand am Dienstag, 12. Mai, im Halbfinale auf der Bühne, lieferte aber nach Angaben von RTL nicht seine übliche kraftvolle Leistung ab. Der Sender berichtete, Da Vinci habe mit seiner Stimme gekämpft und nicht jeden Ton getroffen. Gegenüber der "Corriere della Sera" sprach er selbst von "ein paar Unsauberkeiten und Unsicherheiten". Für einen Act, dessen Song "Per Sempre Sì" auf Spotify fast 27 Millionen Mal gestreamt wurde, ist das kurz vor dem Finale ein sichtbarer Dämpfer.
Am Mittwoch hatte Da Vinci einen gemeinsamen Termin mit Sarah Engels und sang dabei nicht live. Einen weiteren Rückschlag gab es am Donnerstag, als er einen Mittagsauftritt für Fans im Eurofan House in Wien absagte. Später trat er um 16:30 Uhr im Eurovision Village am Rathaus in Wien auf, doch laut RTL waren seine Stimmprobleme weiterhin zu hören. Das Gewicht dieses Ausfalls liegt nicht nur in der Nähe zum Finalabend, sondern auch darin, dass alle Teilnehmer für die Show bereits feststehen.
Italien ist als einer der fünf größten EBU-Spender automatisch für das Finale gesetzt, ebenso wie Gastgeber Österreich, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Damit geht es für Da Vinci nicht mehr um das Weiterkommen, sondern um den letzten Eindruck vor einem Millionenpublikum. Zusätzlich fehlt Spanien dem Wettbewerb in diesem Jahr wegen eines Boykotts, was das Feld zwar nicht verändert, den politischen Unterton des Abends aber verstärkt. Die eigentliche Frage vor dem Samstag ist deshalb nicht, ob Italien noch nachrücken kann, sondern ob Da Vinci seine Stimme bis zum Auftritt rechtzeitig stabil bekommt.

