Das Generalkonsulat Bulgariens in München hat am 15. Mai einen feierlichen Empfang für bulgarische Sonntagsschulen in Süddeutschland ausgerichtet. Im Mittelpunkt standen 16 bulgarische Sonntagsschulen in Bayern und Baden-Württemberg, die nach Darstellung der diplomatischen Vertretung zu den wichtigsten Stützen der bulgarischen Gemeinschaft in der Region zählen.
Gastgeber war Generalkonsul Stefan Jonkow, der die Schulen als Orte beschrieb, an denen Sprache und Zugehörigkeit weitergegeben werden. „Die Sonntagsschulen sind Zentren des Bulgarentums, des Wissens, aber auch der Zukunft, denn dort lernen unsere Kinder aktiv die bulgarische Sprache“, sagte er. Jonkow fügte hinzu: „Hoffentlich kehren diese jungen Talente eines Tages nach Bulgarien zurück“ und betonte: „Wir schaffen es, ihnen dabei zu helfen.“
Der Empfang fand vor dem 24. Mai statt, dem bulgarischen Feiertag der heiligen Brüder Kyrill und Method, des bulgarischen Alphabets, der Bildung und Kultur sowie des slawischen Schrifttums. Für die Schulen wurde erneut eine Spendeninitiative organisiert. Mit Hilfe des Verbands „Bulgarisches Buch“ konnten bulgarische Bücher bulgarischer Verlage für die Schulbibliotheken bereitgestellt werden. Außerdem erhielt jede Schule durch einen Sponsor einen Laptop zur Förderung digitaler Kompetenzen und ein Bild zum Thema 24. Mai von der bulgarischen Künstlerin in Berlin Klio Karadim.
Das Konsulat sagte, die Schulen seien ein Schlüsselfaktor für die Bewahrung der nationalen Identität unter den jungen Generationen. Vertreter der diplomatischen Mission machten zugleich deutlich, dass die bulgarische Sprache im Ausland nicht aus Pflicht, sondern aus freier Entscheidung weitergegeben werde. Genau deshalb, so Jonkow, müsse Unterstützung nicht abstrakt bleiben. „Denn wir glauben, dass Unterstützung auch durch konkrete Gesten sichtbar werden muss“, sagte er. Als Beispiel nannte das Konsulat die Suche nach neuen Unterrichtsräumen, bei der die Mission den Schulen helfen könne.
Zum zweiten Mal brachte der Empfang alle diese Schulen an einem Ort zusammen. Er diente auch dazu, Lehrkräfte, Eltern, Schulleitungen und Kinder zu danken. Auf der Bühne traten Kinder der beiden Sonntagsschulen „Dora Gabe“ und „Paissij Chilendarski“ in München auf, ebenso die junge Sängerin bulgarischer Herkunft Anna-Maria Schiwkow. Der Abend zeigte, dass die bulgarischen Schulen in Süddeutschland längst mehr sind als ein organisatorisches Netz: Sie sind der Ort, an dem Sprache, Erinnerung und Alltag der Gemeinschaft zusammengehalten werden.
