Hape Kerkeling hat am Donnerstag auf Instagram seine jüngsten Äußerungen über den ESC klargestellt und damit eine Debatte beendet, die sich über Wochen gezogen hatte. Anlass war seine Einschätzung zu Sarah Engels, die am Samstag mit dem Song „Fire“ für Deutschland antreten soll.
„Ich glaube an Sarah Engels und ihren Song 'Fire' beim ESC! Sie ist eine großartige und charismatische Künstlerin!“, schrieb Kerkeling in seinem Beitrag. Er sagte zugleich, bei seinen Interview-Äußerungen sei es um ein grundsätzliches Problem Deutschlands beim ESC gegangen, nicht um Engels' Talent. Damit rückte er den Streitpunkt zurecht, nachdem er zuvor gesagt hatte, Engels habe nur geringe Siegchancen.
Besonders Aufmerksamkeit bekam die Klarstellung auch wegen Lena Meyer-Landrut. Die ESC-Gewinnerin von 2010 hatte Kerkelings Instagram-Beitrag mit einem Like versehen. Meyer-Landrut holte damals mit Startnummer 22 und dem Song „Satellite“ den ersten Platz für Deutschland, kehrte 2011 mit „Taken by a Stranger“ und Startnummer 16 zurück und landete auf Platz zehn.
Dass gerade Meyer-Landrut mitreagierte, verlieh der Sache zusätzlich Gewicht. Sie hat sich in letzter Zeit weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und spricht nur noch selten öffentlich, während die Diskussion um Deutschlands Chancen beim Eurovision Song Contest seit Wochen läuft. Kerkelings Nachjustierung kommt damit nicht nur als persönliches Statement, sondern auch als Signal in einer Debatte, die schon vor dem Finale mehr mit Erwartungen als mit Musik zu tun hatte.
Für Deutschland bleibt am Ende die einfachste Lesart: Kerkeling hat seine Kritik nicht zurückgenommen, sondern präzisiert. Gegen Sarah Engels richtet sie sich nicht mehr; im Raum steht weiter die größere Frage, warum Deutschland beim ESC seit Jahren an denselben Schwächen arbeitet.

