Lesen: The Guardian Film zeigt Bardem als erschreckenden Vater im Cannes-Drama

The Guardian Film zeigt Bardem als erschreckenden Vater im Cannes-Drama

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spielt in Rodrigo Sorogoyens The Beloved einen Mann, der auf der Leinwand alles hat und im selben Atemzug alles verliert. Der Film, der bei den Filmfestspielen von Cannes Premiere hatte, folgt , einem gefeierten Regisseur und Oscar- sowie Palme-d'Or-Gewinner, als er seine erwachsene Tochter nach Jahren ohne Kontakt für die Hauptrolle in seinem neuen Projekt gewinnt.

Die Rolle bringt die beiden in ein Filmdreh-Gefüge, das immer enger um sie zieht. Esteban will einen Film über Spaniens koloniale Ausbeutung von Western Sahara drehen, angesiedelt in den 1930er Jahren, und er macht Emilia früh klar, dass er am Set „tough“ sein könnte. Was als berufliche Annäherung beginnt, kippt schnell in etwas Dunkleres, weil Emilia ihn an einen Kinobesuch erinnert, der ihr nie aus dem Kopf gegangen ist.

Als sie 12 war, sagt Emilia, habe Esteban sie zu mitgenommen. Er sei betrunken und high aufgetaucht und habe eine Szene gemacht, die sie nach eigener Erinnerung für ihr Leben emotional beschädigt habe. Dieser alte Vorfall liegt wie eine Giftspur unter jeder gemeinsamen Szene der beiden, und Sorogoyen zieht daraus keinen sentimentalen Vater-Tochter-Film, sondern einen über Macht, Abhängigkeit und die Art, wie Nähe missbraucht werden kann.

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Das erklärt, warum The Beloved weniger wie ein Film über Kino wirkt als wie eine Abrechnung mit der Romantik des Filmemachens. Esteban wird während des Drehs zunehmend kontrollierend und fordernd, und die Beziehung zwischen ihm und Emilia verschiebt sich von beruflicher Spannung zu offener Bedrohung. Bardem spielt diese Entwicklung mit einer Härte, die laut der Kritik seine erschreckendste Leistung seit No Country For Old Men ist, während Emilia als eine Frau hält, die nicht vergessen kann und nicht nachgeben will.

Sorogoyen, der 2023 bereits mit dem ländlichen Noir-Schocker Aufmerksamkeit erregte, setzt hier auf psychologischen Druck statt auf große Gesten. Die Rezension beschreibt den Film als eine leise packende Studie einer schmerzhaften Konfrontation zwischen Vater und Tochter, aber auch als eine scharfe Zurückweisung jeder glitzernden Vorstellung vom Filmbusiness. Der Film-im-Film-Stoff gibt ihm dabei zusätzliche Schärfe: Es geht um ein Projekt über die koloniale Ausbeutung von Western Sahara, während hinter der Kamera dieselbe Frage brennt, die der Film nicht loslässt: Wer kontrolliert wen?

Im letzten Teil steigert sich das Ganze zu einer beinahe unanschaubaren Sequenz, in der Esteban in einen gewalttätigen Zusammenbruch kippt. Genau dort ist der Punkt erreicht, an dem The Beloved seine härteste Aussage macht. Der Film glaubt nicht an den Mythos des großen Künstlers, der am Ende trotzdem bewundert werden soll. Er zeigt, was von diesem Mythos bleibt, wenn das Familienleben, die Macht und die Schuld nicht mehr auseinanderzuhalten sind: ein Mann, den man nicht mehr anschauen will, und eine Tochter, die ihn trotzdem ansehen muss.

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