Lesen: Clemens Fritz: Calmund verteidigt Werder-Sportchef nach Kritik

Clemens Fritz: Calmund verteidigt Werder-Sportchef nach Kritik

Veröffentlicht
3 Min. Lesezeit
Anzeige

hat nach Kritik öffentlich verteidigt und dessen Arbeit bei Werder Bremen in Schutz genommen. Er sagte, er habe sich aus vielen Gründen gefreut, dass Werder in der geblieben ist, und auch für Fritz habe es ihn gefreut.

Calmund, der Fritz schon als Jugendspieler bei einem Turnier in Erfurt entdeckte und ihn einst zu Bayer Leverkusen holte, erinnerte an dessen Karriereweg. Fritz habe mehr als zehn Jahre als Profi auf höchstem Niveau gespielt und sei Nationalspieler gewesen, sagte er. Der frühere Manager beschrieb ihn als intelligent, bodenständig und nachdenklich.

Calmund machte zugleich klar, dass er Fritz auch im Fall eines Abstiegskampfs nicht fallen gelassen hätte. Er hätte es begrüßt, wenn Fritz auch dann gekommen wäre, wenn Werder den Klassenerhalt noch nicht geschafft hätte, sagte er. Ein Fußballmanager müsse sich immer stellen, in guten wie in schlechten Zeiten. Mit Blick auf die Kritik an Fritz stellte Calmund sich damit demonstrativ vor den Werder-Verantwortlichen.

- Advertisement -

Die Debatte bekommt zusätzlich Gewicht durch Werders finanzielle Lage. Calmund sagte, Werder gehöre nicht zu den reichen Klubs und habe nicht genug Geld in der Kasse für größere Transfers. Fritz hätte sich sicher andere Spieler gewünscht, wenn mehr Geld verfügbar gewesen wäre, sagte er. Werder sei früher Meister gewesen und habe in der gespielt; damals seien Sponsoringgespräche deutlich leichter gewesen. Heute sei das schwieriger, weil der Verein nicht mehr dieselbe sportliche Strahlkraft habe.

Calmund zog den Vergleich zu den Geldströmen an der Spitze des europäischen Fußballs. Viele Klubs dort würden von Investoren finanziert, sagte er. Unter den elf teuersten Mannschaften der Welt seien sieben englische Vereine, werde vom katarischen Staatsfonds getragen. rangiere auf Platz 8 und sei damit der erste Klub gewesen, dessen Kaderwert unter einer Milliarde Euro gelegen habe. Geld schieße keine Tore, sagte Calmund, aber mit Geld schieße man häufiger Tore.

Auch Bayern nahm er in die Betrachtung auf. Das 5:4 im Hinspiel gegen Paris nannte er das beste Fußballspiel, das er je gesehen habe, und würdigte zugleich Bayerns Einzug ins Halbfinale der Champions League. Den Münchnern gebühre höchster Respekt, sagte er. Zugleich verwies er darauf, dass bei Bayern Vertreter von , Allianz und Audi im Aufsichtsrat sitzen und diese Unternehmen gemeinsam mehr als acht Prozent am Klub halten; auch Telekom sei dort beteiligt. Calmund stellte damit Werder Bremens begrenzte Mittel noch einmal in einen größeren wirtschaftlichen Zusammenhang.

Für Fritz ist die Rückendeckung von Calmund mehr als ein bloßes Lob aus alter Verbundenheit. Sie ist auch eine Erinnerung daran, dass der Streit um Werder nicht nur an einer Person hängt, sondern an der Frage, wie viel ein Klub ohne große Geldgeber im heutigen Fußball überhaupt leisten kann.

Anzeige
Diesen Artikel teilen