Deniz Aytekin hat seine Bundesliga-Karriere am Samstagabend im Spiel zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Köln beendet. Es war das 254. und letzte Bundesligaspiel des 47-Jährigen.
Vor dem Anpfiff wurde es für den Schiedsrichter emotional. Jan-Christian Dreesen, der Vorstandschef des FC Bayern München, überreichte Aytekin einen Blumenstrauß, kurz darauf weinte der Unparteiische. „Das ist echt schwer gerade“, sagte er in dem Moment.
Aytekin war mit seiner Frau und seinen Kindern ins Stadion gekommen. Für den Mann aus Oberasbach in Mittelfranken war es der Schlusspunkt einer Karriere, die im deutschen Fußball vor allem mit Ruhe, Nähe und bemerkenswerter Nervenstärke verbunden wurde. 2019, 2022 und 2024 wurde er als Deutschlands Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet, 2023 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden.
Bereits am vergangenen Sonntag hatte Aytekin in der Sendung „Blickpunkt Sport“ im BR Fernsehen gesagt, er werde die Menschen nicht vergessen, die er über die Jahre immer wieder gesehen habe. Gemeint waren für ihn vor allem die langjährigen Dauerkarteninhaber. „Ich meine gar nicht die Spieler, Trainer, Verantwortlichen. Ich meine vor allem die Menschen, die seit Jahren eine Dauerkarte haben. Wenn man sich warm macht, einen persönlich begrüßen. Da fühlt man sich schon als Teil der Fußball-Familie“, sagte er damals.
Genau dieser Ton prägte auch seinen Abschied. Aytekins letztes Bundesliga-Spiel war nicht nur ein formaler Schlussakt, sondern ein Abschied von einem Schiedsrichter, der über viele Jahre als ansprechbar galt und dessen Name in der Liga zu den bekanntesten zählte. Mit dem Abend in München endet für ihn eine Laufbahn, die weit über Zahlen hinaus Wirkung hatte.
Offen bleibt nun vor allem, wie sich die Bundesliga ohne einen ihrer prägenden Schiedsrichter anfühlen wird. Aytekin selbst hat gezeigt, dass hinter dem Pfeifen nicht Distanz stehen muss, sondern auch Verlässlichkeit und Nähe. Genau das dürfte vielen, die ihn auf den Rängen und auf dem Platz erlebt haben, besonders in Erinnerung bleiben.

