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Rtl Plus: RTL kauft Sky DACH für 150 Millionen Euro und greift an

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RTL übernimmt am 1. Juni die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz für 150 Millionen Euro von . Zur Transaktion gehört auch die Streaming-Plattform Wow. Die hat den Kauf auf der Zielgeraden ohne Auflagen genehmigt.

Mit dem Deal wächst das gemeinsame Unternehmen nach eigenen Angaben auf rund 12,3 Millionen zahlende Abonnenten. In Deutschland würde RTL damit im Markt für Bezahl-Streaming auf Platz drei vorstoßen, hinter und und noch vor . RTL-Deutschland-CEO soll auch die fusionierte Gesellschaft führen. Er formulierte das Ziel, dem Publikum „über alle Kanäle hinweg ein innovatives und überzeugendes lokales Angebot zu bieten“ und sprach vom Kölner Express von dem Anspruch, „eine echte Alternative zu den großen amerikanischen Streamingplattformen“ zu schaffen.

Der Kauf kommt rund zehn Monate, nachdem RTL die Pläne für die öffentlich gemacht hatte. Für den Sender ist es ein strategischer Sprung: Das Unternehmen verbindet damit erstmals eine eigene starke Streaming-Marke mit einem Pay-TV-Anbieter, der seit Jahren im deutschen Markt eine feste Größe ist. RTL sagt, die neue Struktur decke die gesamte Wertschöpfungskette ab, vom Sky Store über Sky, und Wow bis zum Werbeverkauf.

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Genau dort liegt auch die Spannung des Deals. Sky Deutschland hat sich lange mit den exklusiven Bundesliga-Rechten im Bezahlfernsehen profiliert, blieb aber nie dauerhaft profitabel. Zugleich wandern immer mehr US-Streamingdienste in den Sportrechte-Markt, was künftige Pakete weiter verteuern dürfte. Schon jetzt kosten die Formel-1-Rechte im US-Markt laut Angaben aus dem Umfeld 140 Millionen US-Dollar pro Jahr bei Apple, während der deutsche Rechtsvertrag von 119 Millionen Euro jährlich ausläuft. Das neue Paket für die Formel 1 dürfte deutlich teurer werden als das bisherige.

Für RTL ist das mehr als ein Zukauf. Mit Sky, Wow und RTL+ schiebt sich der Konzern in ein Geschäft, das stark über Größe, Rechte und Bindung entschieden wird. Rund 80 Prozent der Sky-Kunden gelten als Sportkunden. Dass die Formel 1 in Deutschland bis 2027 bei Sky bleibt, verschafft dem neuen Verbund zwar Luft. Es beantwortet aber nicht die eigentliche Frage: ob RTL aus der gebündelten Reichweite auch ein dauerhaft tragfähiges Gegengewicht zu den großen US-Plattformen machen kann. Am 1. Juni beginnt der Versuch.

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