Lesen: Wirtschaftskrise: EU senkt Wachstumsprognose für 2026 deutlich

Wirtschaftskrise: EU senkt Wachstumsprognose für 2026 deutlich

Veröffentlicht
3 Min. Lesezeit
Anzeige

Die hat am Donnerstag in Brüssel ihre neue Wirtschaftsprognose vorgelegt und die Erwartungen für 2026 spürbar zurückgenommen. Für die Europäische Union rechnet sie nun mit 1,1 Prozent Wachstum, für den mit 0,9 Prozent. Österreich kommt laut Brüsseler Prognose im kommenden Jahr nur auf 0,6 Prozent und liegt damit im EU-Vergleich nur vor Italien mit 0,5 Prozent und Rumänien mit 0,1 Prozent.

Für 2027 sieht die Kommission etwas mehr Dynamik: Dann soll die EU um 1,4 Prozent wachsen, der Euro-Raum um 1,2 Prozent und Österreich um 0,9 Prozent. Die neue Einschätzung fällt jedoch klar schwächer aus als noch im Herbst 2025, als Brüssel für die EU ein Wachstum von 1,4 Prozent erwartet hatte. Nun liegt die Prognose um 0,3 Prozentpunkte tiefer.

Gewichtet wird die Veröffentlichung vor allem dadurch, dass die Kommission nicht nur die Wachstumszahlen senkt, sondern auch die Preisentwicklung höher ansetzt. In der EU soll die Inflation 2026 bei 3,1 Prozent liegen und sich 2027 auf 2,4 Prozent abschwächen. Im Euro-Raum erwartet Brüssel für 2026 drei Prozent Inflation und für 2027 2,3 Prozent. Für Österreich rechnet die Kommission mit drei Prozent Inflation 2026 und 2,5 Prozent im Jahr darauf.

- Advertisement -

Als Grund nennt die Kommission den Energiepreisschock durch den . Im Österreich-Kapitel heißt es ausdrücklich, dieser Konflikt belaste den Aufschwung im Land. Zugleich veröffentlicht Brüssel ein alternatives Szenario mit länger anhaltenden Versorgungsengpässen: Dann würden die Energiepreise erst Ende 2026 ihren Höchststand erreichen, die Inflation würde sich nicht abschwächen und die Wirtschaftstätigkeit würde sich 2027 nicht wie in der Basisprognose erholen.

Gerade für Österreich fällt der Blick der Kommission damit ernüchternd aus. Das Budgetdefizit soll nach ihrer Einschätzung 2026 und 2027 bei 4,1 Prozent des BIP liegen und damit im Großen und Ganzen unverändert bleiben. Auf EU-Ebene rechnet Brüssel dagegen mit einem Anstieg des Defizits von 3,1 Prozent im Jahr 2025 auf 3,6 Prozent im Jahr 2027. Die Prognose ist damit pessimistischer als jene des WIFO, auf der das neue beruht.

Die Zahlen zeigen, wie tief die wirtschaftliche Unsicherheit in der europäischen Wirtschaftskrise derzeit reicht. Für die EU insgesamt bleibt 2026 ein Jahr mit gedämpftem Wachstum, höherem Preisdruck und schwächerer Dynamik als noch vor wenigen Monaten erwartet. Ob sich die Lage 2027 tatsächlich so erholt, wie Brüssel annimmt, hängt nach dieser Prognose vor allem davon ab, ob die Energiepreise unter Kontrolle bleiben und die Versorgungsengpässe ausbleiben.

Anzeige
Diesen Artikel teilen