FC St. Pauli hat das Bundesliga-Endspiel gegen den VfL Wolfsburg am letzten Spieltag zu einem nervenaufreibenden Relegationsdrama gemacht. Doch nach dem 1:1 durch Abdoulie Ceesay in der 57. Minute fehlte den Hamburgern weiter ein Tor, um den Abstiegsplatz noch zu verlassen.
Wolfsburg war in der 38. Minute durch Koulierakis nach einer Ecke in Führung gegangen. Zuvor hatte Fujita in der 22. Minute mit einem wuchtigen Distanzschuss die Latte getroffen, ein Moment, der St. Pauli kurzzeitig Rückenwind geben konnte. Kurz vor der Pause folgte dann die Szene, die das Spiel hätte kippen können: Kaars brachte den Ball flach an den zweiten Pfosten, Andréas Hountondji stand aus zwei Metern völlig frei vor dem leeren Tor, traf den Ball aber nicht sauber, und die Kugel rollte direkt in die Arme von Wolfsburgs Keeper Grabara. Statt mit einem Ausgleich ging St. Pauli mit einem Rückstand in die Kabine.
Die Partie war als Entscheidungsspiel am letzten Bundesliga-Spieltag eingeordnet, und genau so wirkte sie auch: offen, angespannt, mit jeder Szene schwerer als die vorherige. Jackson Irvine stand dabei wie der Rest von St. Pauli im Schatten einer ersten Halbzeit, in der aus einem Pfostentreffer, einem Gegentor und einer verpassten Großchance eine fast perfekte Zusammenfassung der Saison wurde. Nach Ceesays Ausgleich war die Hoffnung zurück, aber die Rechnung blieb gnadenlos. St. Pauli brauchte weiter ein weiteres Tor, um noch auf den Relegationsplatz zu springen.
Für Wolfsburg war das späte Zittern die logische Folge eines Spiels, das sich nie wirklich beruhigte. Für St. Pauli blieb am Ende vor allem die Erinnerung daran, wie dicht alles beieinander lag: Latte in der 22. Minute, Rückstand in der 38., die vergebene Chance vor der Pause und der Ausgleich in der 57. Minute. Mehr ließ die Konstellation nicht zu. Genau deshalb hing für St. Pauli an diesem Nachmittag jedes Detail an einem einzigen Ball.
