Die Herforder Brauerei in Hiddenhausen soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 geschlossen werden. Damit verliert ein Standort mit mehr als 140 Jahren Brautradition seine Produktion, während die Haus Cramer Group zugleich für den Standort Paderborn das Aus vorbereitet, falls sich kein Käufer findet.
Nach Angaben des Unternehmens sind in Herford fast 100 Arbeitsplätze bedroht, in Paderborn rund 120. Insgesamt sorgen sich damit etwa 220 Beschäftigte und ihre Familien um ihre Zukunft. Die Tochtergesellschaft der Warsteiner Brauerei will ihre Braukapazität durch den Rückzug aus den beiden ostwestfälischen Standorten um rund 30 Prozent senken.
Die Herforder und Paderborner Marken sollen nach Unternehmensangaben bleiben. Gebraut werden sie künftig in Warstein in Nordrhein-Westfalen, mehr als 80 Kilometer von den bisherigen Standorten entfernt. Für die Belegschaft und für die Region ist das weit mehr als eine logistische Verlagerung, denn beide Brauereien galten dort über Jahre als Teil der lokalen Identität.
Der Konzern begründet den Umbau mit dem stark sinkenden Bierkonsum in Deutschland. Die Schließung in Hiddenhausen ist für die zweite Hälfte 2026 angekündigt; sollte ein Verkauf der Brauerei in Paderborn scheitern, soll der Betrieb dort zum Ende des Jahres 2026 enden. Damit setzt die Haus Cramer Group einen Schnitt bei einer Brautradition, die nach Angaben aus dem Umfeld der Beschäftigten seit über 140 Jahren besteht.
Thomas Gersmann brachte die Sorge vieler Betroffener auf den Punkt: Eine über 140-jährige Brautradition soll beendet werden. Für die Menschen in Herford und Paderborn steht nun nicht nur die Frage nach neuen Jobs im Raum, sondern auch danach, was von zwei bekannten Bierstandorten in Ostwestfalen-Lippe übrig bleibt, wenn die Produktion nach Warstein verlagert ist.
