Sv Elversberg kann am Sonntag in die Bundesliga aufsteigen. Ein Heimsieg gegen den bereits als Absteiger feststehenden Preußen Münster würde dem Klub den Weg in die höchste deutsche Spielklasse öffnen, angepfiffen wird um 15.30 Uhr.
Auch ein Remis oder eine Niederlage könnten noch reichen, wenn Hannover 96 und der SC Paderborn nicht mehr Punkte holen. Vor dem 34. Spieltag liegt Elversberg wegen der besseren Tordifferenz auf Rang zwei: plus 22 gegenüber plus 16 bei Hannover und plus 12 bei Paderborn. Trainer Vincent Wagner machte aus der Ausgangslage keine Schutzbehauptung, sondern ein Angebot an seine Mannschaft. „Wenn uns zu Saisonbeginn jemand gesagt hätte, dass wir am 34. Spieltag die Chance haben, mit einem Heimsieg aufzusteigen, wären wir alle sehr glücklich gewesen“, sagte er. „Jetzt haben wir ein Endspiel. Deshalb sollten wir uns auf die Aufgabe freuen.“ Wagner ergänzte: „Es ist machbar, weil unsere Jungs außergewöhnlich Fußball spielen können.“ Zugleich betonte er: „Wir haben den Luxus, dass wir wollen, nicht müssen.“
Tom Zimmerschied setzt auf Klarheit statt Verkrampfung. „Wir dürfen nicht zu sehr den Kopf einschalten“, sagte er. Genau darin liegt für Elversberg an diesem Sonntag die Aufgabe: die eigene Ausgangslage auszublenden und das Spiel zu gewinnen, das die Saison entscheidet. Gelingt der Sprung, wäre der Verein der 59. Klub in der Bundesliga-Geschichte.
Dass ein solcher Moment überhaupt möglich ist, zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre. Vor vier Jahren spielte der SV Elversberg noch in der Regionalliga. In der vergangenen Saison verpasste der Klub den Aufstieg in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim erst in letzter Minute, auch wenn Horst Steffen die Mannschaft zu einem bemerkenswerten Lauf geführt hatte. Danach folgte ein größerer Umbruch: Steffen und mehrere Leistungsträger wie Fisnik Asllani, Robin Fellhauer und Elias Baum gingen im Sommer, Younes Ebnoutalib wechselte im Winter zu Eintracht Frankfurt. Vor wenigen Wochen verließ zudem Sportdirektor Ole Book den Klub in Richtung Borussia Dortmund.
Der Verein aus einem Ort mit rund 13.000 Einwohnern liegt etwa 15 Kilometer von Saarbrücken entfernt; im eigentlichen Ortsteil leben nur etwa 7.900 Menschen. Sollte Elversberg aufsteigen, wäre der Klub der kleinste Ort, der je zur Bundesliga gehört hat. Das wäre nicht nur sportlich außergewöhnlich, sondern auch für eine Gemeinde bemerkenswert, deren Stadion an der Kaiserlinde noch immer Baustelle ist. Die aktuelle Kapazität liegt bei 9.307 Zuschauern, bundesligatauglich wäre die Arena so nicht. Geplant ist ein Umbau auf 15.500 Plätze, kalkuliert mit 40 Millionen Euro. Am Sonntag aber geht es zunächst nicht um Pläne, sondern um einen Heimsieg, der alles verändern kann.
