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Eskalation in der Straße von Hormus: 30 Schiffe passieren die Meerenge

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In der Straße von Hormus sind in den vergangenen Tagen mehrere Schiffe passiert. Ein Reporter des iranischen Staatsfernsehens sagte, seit Mittwochabend hätten dort 30 Schiffe die Meerenge durchquert.

Unter welchen Bedingungen Iran die Passage erlaubte, blieb zunächst unklar. Japan, eines der Länder, die bevorzugt behandelt werden sollen, wies zugleich zurück, für die Durchfahrt bezahlt zu haben. Damit bekommt ein Streit um eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt eine neue Eskalation, deren Umfang über die reine Bewegung von Frachtern hinausgeht.

Irans Außenminister sagte am Rande des BRICS-Treffens in Indien, sehr viele Schiffe hätten die Meerenge mit Unterstützung iranischer Seestreitkräfte passiert. Das werde auch so bleiben, sagte er. Nur wenn der Angriffskrieg vollständig beendet werde, werde Iran sicherstellen, dass jedes Schiff sicher passieren könne. Seine Botschaft war damit doppeldeutig: Schutz gegen Durchfahrt, aber nur nach iransichtigen Bedingungen.

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Die Straße von Hormus wird von Iran als kontrollierte Wasserstraße dargestellt, und Teheran beansprucht nach eigener Darstellung auch Einfluss auf den Verkehr dort, offenbar verbunden mit Gebühren. Für Washington ist genau das der Punkt, an dem der Streit deutlich größer geworden ist. US-Außenminister sagte, es gehe nicht mehr nur um das iranische Atomprogramm. Iran habe entschieden, eine internationale Wasserstraße in Besitz zu nehmen, sie als eigenes Eigentum zu beanspruchen und dafür Gebühren zu verlangen. Das würden die Vereinigten Staaten nicht zulassen. Kurz darauf kündigte die ihrerseits eine Blockade für Iran an.

Araghtschi hielt dagegen, eine Lösung könne nur über Diplomatie kommen. Das größte Problem seien die widersprüchlichen Signale aus den USA, sagte er mit Blick auf Kommentare und Interviews amerikanischer Vertreter. Die Lage wird zusätzlich durch frühere Drohungen verschärft: hatte vor seiner Reise nach China gedroht, Iran grund und Boden zu bombardieren. Auch die militärische Abschreckung ist Teil der Rechnung. sagte, Iran werde sich kaum lange verteidigen können und es sei unwahrscheinlich, dass das Land noch einmal hunderte Raketen abfeuere.

Der Streit um Hormus ist damit von der Kernfrage des Atomprogramms auf eine breitere Konfrontation übergegangen, in der Schiffe, Gebühren, militärische Drohungen und offene Abschreckung nebeneinanderstehen. Eine sichtbare Lösung ist derzeit nicht erkennbar. Verzögerte Gespräche und ein gescheiterter pakistanisch vorbereiteter Vermittlungsversuch haben den Spielraum weiter verengt. Wer die Route durch Hormus kontrolliert, entscheidet längst nicht mehr nur über Frachtrouten, sondern über das Tempo der gesamten Eskalation.

Mehr zum Hintergrund der wachsenden Spannungen auch hier: Max Holzer Vs Taha: Eskalation vor Hannoverer Oktagon-Hauptkampf und Saudi-arabien unter Druck: Iran warnt vor Eskalation und Misstrauen.

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