Am Montag findet am Landesgericht Innsbruck die erste Prüfungstagsatzung im Insolvenzverfahren gegen die von Rene Benko mitgegründete Laura Privatstiftung statt. Vor dem Termin wurden rund 1,7 Milliarden Euro an Forderungen angemeldet.
Die Stiftung war vor fast zehn Jahren von Benko und seiner Mutter Ingeborg Benko gegründet worden. Als Zweck wurde die Versorgung der Begünstigten festgelegt. Ursprünglich zählten Benko, seine Mutter und seine Nachkommen dazu, später schied Benko durch eine Änderung der Stiftungsurkunde aus der Gruppe der Begünstigten aus.
Ausgelöst wurde das Verfahren durch Forderungen arabischer Fonds in Höhe von Hunderten Millionen Euro. Schiedssprüche des internationalen Schiedsgerichts in Genf verpflichteten die Stiftung zur Zahlung von mehr als 900 Millionen Euro inklusive Zinsen, wobei den größten Teil die Forderungen des arabischen Staatsfonds Mubadala ausmachten. Daraufhin stellte die Stiftung selbst einen Antrag auf Insolvenzeröffnung.
Masseverwalter Stefan Geiler sagte vor der ersten Prüfungstagsatzung gegenüber der APA, bisher seien rund 1,7 Milliarden Euro an Forderungen angemeldet worden. Mehr als 30 Gläubiger hätten Forderungen eingebracht. Geiler wollte nicht sagen, wie viel davon in der Tagsatzung anerkannt werde, sprach wenige Tage vor der Verhandlung aber davon, dass nur ein geringer Teil anerkannt werden dürfte. Klaus Schaller vom KSV1870 in Tirol rechnete damit, dass in der nicht öffentlichen Verhandlung vorerst nur ein Bruchteil der angemeldeten Forderungen anerkannt werde.
Die Laura Privatstiftung hält zahlreiche Unternehmensbeteiligungen in Österreich und war in der Vergangenheit auch im Ausland bei Immobilientransaktionen aktiv. Die Insolvenz wurde durch Forderungen arabischer Fonds ausgelöst, während die derzeitige Höhe der Aktiva unklar bleibt. Berichtet wurde zudem, dass Beteiligungen der Stiftung an Signa-Gesellschaften wegen der Signa-Pleite an Wert verloren haben. Geiler verwies darauf, dass Forderungen nachträglich anerkannt werden könnten, sollten sich Erkenntnisse zu den Beteiligungen verdichten.
Für die Gläubiger ist damit nicht nur entscheidend, was am Montag anerkannt wird, sondern auch, welche Werte die Stiftung am Ende tatsächlich noch trägt. Nach den bisher bekannten Zahlen spricht viel dafür, dass der erste Schritt in Innsbruck erst einen Teil der offenen Ansprüche sichtbar macht.
