Joshua Samanski reist mit einem anderen Selbstverständnis zur Eishockey-WM in die Schweiz. Der in Erding geborene Stürmer, der als 16-Jähriger nach Ontario ging, um in Kanada den Juniorenweg zu gehen, hat sich nach Umwegen in Deutschland und dem Sprung in die NHL bei Edmonton spürbar weiterentwickelt. Am 15. Mai beginnt das Turnier in der Schweiz, das Finale ist für den 31. Mai angesetzt.
Samanski sagte, er habe das Gefühl, auf dem Eis mehr Zeit zu haben, den Puck mit mehr Selbstbewusstsein zu führen und Lösungen schneller zu erkennen. Für Zürich nehme er sich vor, eine etwas kompletttere Rolle einzunehmen als im vergangenen Jahr. Für Deutschland ist das mehr als ein persönliches Detail: Der 44er bringt Erfahrung aus seiner zweiten Weltmeisterschaft mit und kommt nicht als bloßer Ergänzungsspieler, sondern als Akteur, der aus einer Phase des Lernens in eine Phase der Bestätigung gewechselt ist.
Der Weg dorthin war lang. Nach zwei Jahren in Kanada kehrte Samanski zurück nach Deutschland, weil der Sprung in den Profibereich noch nicht gelungen war. In der Corona-Zeit spielte er für Ravensburg, Straubing, Landshut und erneut Straubing, vier Stationen, die ihn wieder näher an das Niveau brachten, das er gesucht hatte. Rund ein Jahr vor diesem Turnier erhielt er von den Edmonton Oilers einen Zwei-Jahres-Vertrag. Zunächst lief er für das Farmteam in Bakersfield auf, ehe er nach Edmonton hochgezogen wurde und dort fast 30 NHL-Spiele sammelte, in denen ihm drei Tore und drei Assists gelangen.
Für ihn ist das mehr als eine Statistik. Samanski sagte, er fühle sich im Norden Amerikas mit jedem Einsatz sicherer, habe mehr Raum auf dem Eis und könne die Scheibe mit wachsendem Vertrauen tragen. Dass er nach der Rückkehr nach Europa nun in Zürich eine wichtigere Aufgabe übernehmen will, passt zu diesem Bild. Der Vergleich mit seiner früheren Laufbahn zeigt, wie sehr ihn der Schritt über Bakersfield und in die NHL verändert hat: weniger Suche, mehr Zugriff.
Auch Bundestrainer Harold Kreis sieht ihn inzwischen als Spieler mit besonderer Energie. Er sagte über Josh Samanski, man habe bei ihm immer das Gefühl, dass er mit großem Spaß und mit Schalk in den Augen bei der Sache sei. Für eine Mannschaft, die in der Schweiz vom ersten Tag an funktionieren muss, ist das keine Nebensache. Zwischen dem Auftakt am 15. Mai und dem Finale am 31. Mai bleibt wenig Zeit, Rollen zu finden und Vertrauen aufzubauen. Samanski kommt mit dem Selbstvertrauen eines Spielers, der den schwierigen Weg nicht nur überstanden, sondern in NHL-Minuten verwandelt hat.

