Giulia Gwinn hat nach dem DFB-Pokalfinale bestätigt, dass ihre Schulter operiert werden muss. Der Eingriff ist damit beschlossene Sache, der Zeitpunkt aber weiter offen.
Die 26-Jährige sagte nach dem Spiel: „Es ist Fakt, dass sie operiert werden muss.“ Zugleich machte sie klar, dass der Plan bisher darin bestand, die Wochen bis zum Saisonende noch zu überstehen. „Wir haben geschaut, dass wir die Spiele noch durchkriegen“, sagte Gwinn. Dafür sei die Schulter „sehr gut getaped“ und mit einer Manschette versorgt worden, „das ist ganz gut aufgegangen“. Gleichzeitig sei klar gewesen: „Aber es ist klar, dass es in der Sommerpause irgendwann passieren muss.“
Gwinns Verletzung geht auf einen Sturz auf die Schulter im Länderspiel Deutschlands gegen Österreich Mitte April zurück. Seitdem war sie für die entscheidenden Partien von Bayern verfügbar gehalten worden, weil der Klub sie in der heißen Phase der Saison nicht verlieren wollte. Auf dem Platz war die Belastung sichtbar: Sie nahm keine Einwürfe mehr und hob beim Feiern oft nur den rechten Arm. Nach dem Pokalfinale sagte sie außerdem, sie wolle von Spiel zu Spiel schauen, wie die Schulter reagiere und wie sich die nächsten Tage entwickelten.
Für den 6. Mai hatte es bereits Berichte über die Verletzung und ihre Folgen gegeben. Dass Bayern sie zunächst nicht operieren ließ, war Teil eines klaren Kalküls: Die Mannschaft wollte ihre wichtige Spielerin für die Endphase behalten. Genau deshalb steht nun erst nach dem Finale fest, dass der Eingriff kommt, auch wenn offen bleibt, wann er erfolgt. Gwinns Aussage zeigt, wie knapp das Zeitfenster war, in dem sie trotz Beschwerden noch durchspielen konnte.
Offen ist auch, ob die Verteidigerin am 5. Juni gegen Norwegen und am 9. Juni in Slowenien in der WM-Qualifikation auflaufen kann. Darüber soll ein Gespräch mit Bundestrainer Christian Wück entscheiden. Damit hängt an Gwinns Schulter nicht nur der nächste chirurgische Schritt, sondern auch ihre unmittelbare Rolle in der Nationalmannschaft.
Hinzu kommt die Frage nach ihrer Zukunft in München. Gwinns Vertrag beim FC Bayern läuft bis 2027, zuletzt habe es aber keine intensiven Gespräche über eine Verlängerung gegeben. Gleichzeitig sollen Topklubs aus dem Ausland starkes Interesse zeigen. Im April sagte Gwinn, sie fühle sich in München sehr wohl und es gebe aktuell wenig Gründe, das aufzugeben, was sie habe. Auch im Vergleich mit Spitzenteams im Ausland könne sich Bayern in Sachen Ambitionen, Infrastruktur und Stellenwert im Verein nicht beschweren. Nach dem Pokalfinale bleibt damit nicht nur die Operation das nächste Thema, sondern auch die Frage, wie lange eine der wichtigsten deutschen Spielerinnen noch in München bleibt.

