Lesen: Max Eberl und Bayerns Führungsfrage: Entscheidung fällt wohl erst im Sommer

Max Eberl und Bayerns Führungsfrage: Entscheidung fällt wohl erst im Sommer

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Die Zukunft von bei Bayern München bleibt vorerst offen. Der Sportvorstand des , ebenso wie CEO und Sportdirektor , soll frühestens im Sommer über seine weitere Rolle beim deutschen Rekordmeister Bescheid wissen.

Wie berichtet, waren die auslaufenden Verträge der Führungsriege am Montag kein Thema im Aufsichtsrat. Damit verschiebt sich die personelle Weichenstellung an der Säbener Straße erneut nach hinten, obwohl der Verein in dieser Saison sportlich längst geliefert hat: Die Meisterschaft ist gesichert, das Pokalfinale erreicht und auch in der Champions League hat Bayern weitgehend überzeugt. Gegen fehlten am Ende nur wenige Prozentpunkte zum Einzug ins Finale.

Dass die Debatte überhaupt so offen geführt wird, hat weniger mit einer einzelnen Personalie zu tun als mit der Struktur dahinter. In der Öffentlichkeit wird über die Führungsfrage inzwischen lauter gesprochen als intern. Dabei steht auch das Gefüge an der Säbener Straße selbst zur Diskussion, ein System, das über den Aufsichtsrat maßgeblich von mitgeprägt wurde.

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SPORT1-Chefreporter beschrieb im Podcast „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti das aktuelle Modell als Besonderheit. Er sagte, es sei ein Novum, das der FC Bayern in den vergangenen Wochen und Monaten erlebt habe: Es gebe jetzt einen Sportvorstand und einen Sportdirektor. Früher habe es im sportlichen Bereich nur ein „entweder oder“ gegeben, nun habe man eine Art Doppelspitze. Genau daraus entstünden, so Kumberger weiter, zwangsläufig Zuständigkeitsüberschneidungen. Mehrere Personen müssten dieselben Dinge bewerten, seien dann unter Umständen nicht immer einer Meinung.

Diese Reibung ist beim FC Bayern offenbar nicht nur ein Begleitgeräusch, sondern Teil der internen Überlegung. Kumberger sagte, man könne durchaus auf den Gedanken kommen, das Ganze wieder etwas zu verschlanken; solche Überlegungen gebe es beim Klub. Zugleich warnte er davor, Reibung pauschal als etwas Schlechtes zu verkaufen. Aus Reibung könne Wärme entstehen, und Wärme könne gut sein.

Auch der Eindruck aus anderen Berichten passt dazu. Der kicker beschrieb Eberl und Freund eher als Zwangsehe denn als Ehe aus Bequemlichkeit. Das trifft den Kern der Lage in München: Bayern hat in dieser Saison sportlich wenig falsch gemacht, doch die Frage, wer in der Spitze wie viel Macht, Einfluss und Verantwortung hat, bleibt ungeklärt. Gerade weil der Klub auf dem Platz geliefert hat, wirkt die Personaldebatte umso auffälliger.

Für Eberl ist das kein schlechter Ausgangspunkt, aber auch keine Garantie. Er kann auf eine Meisterschaft, ein erreichten Pokalfinale und eine starke Champions-League-Saison verweisen. Trotzdem wird die Entscheidung über die Führungsstruktur nach allem, was bisher bekannt ist, erst im Sommer fallen. Bis dahin bleibt an der Säbener Straße vor allem eines offen: ob Bayern die bestehende Doppelspitze fortsetzt oder den Weg wieder vereinfacht.

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