Reggio Emilia – Catherine, Prinzessin von Wales, hat in Reggio Emilia ihre erste Auslandsreise seit ihrer Krebsdiagnose angetreten und damit eine von ihr beschriebene „globale Mission“ für die frühe Kindheitserziehung begonnen. Bei dem zweitägigen Besuch sprach sie mit Schulkindern, ließ sich durch die Stadt führen und nahm eine der höchsten Auszeichnungen der Kommune entgegen.
Die Reise bekam schon vor ihrem Auftreten auf dem Piazza Camillo Prampolini Gewicht. Menschen warteten bis zu fünf Stunden, um einen Blick auf sie zu erhaschen, und die Princess wurde mit Blumen und Karten empfangen. Mehrere ältere Frauen küssten ihr die Hand, bevor sie in die Stadtverwaltung und später in den Sala del Tricolore ging, wo ihr der Primo Tricolore verliehen wurde.
Der Besuch war eng mit ihrem Schwerpunkt auf frühkindliche Entwicklung verbunden. Reggio Emilia gilt als Heimat des Reggio-Emilia-Ansatzes, der frühe Bildung und Zusammenarbeit zwischen den Generationen in den Mittelpunkt stellt. Genau dazu ließ sich Catherine dort briefen. Im Rathaus sagte sie dem Bürgermeister Marco Massari, die herzliche Begrüßung mache sie „emotional“, und nannte sich den italienischen Schulkindern als „Caterina“ vor.
Sie hockte sich auf Augenhöhe zu Kindern aus örtlichen Vorschulen und sprach mit ihnen in einfachen Sätzen. „Parlo un po’ d’italiano“, sagte sie. Dann fragte sie: „Come ti chiami? Io sono Caterina.“ Die fünf Jahre alte Alice sagte später, Catherine habe sie auf Italienisch nach ihrem Namen gefragt. Lehrerin Roberta Marzi beschrieb das Italienisch der Prinzessin als „perfekt“ und sagte, sie habe klar gesprochen.
Für die Stadt war die Auszeichnung mehr als eine höfliche Geste. Der Primo Tricolore ist die höchste Ehrung Reggio Emilias, und er wurde Catherine für ihre Arbeit zur frühkindlichen Entwicklung verliehen. Überreicht wurde er in der Sala del Tricolore, die als Geburtsort der modernen italienischen Flagge aus dem Jahr 1797 gilt. Auf den Satz, dass dort so viel Geschichte liege, reagierte Catherine mit: „Oh really, I can imagine! So much history.“
Der Besuch machte auch sichtbar, wie sehr ihre Rückkehr in die internationale Öffentlichkeit beobachtet wird. Die Reise nach Reggio Emilia war ihr erster Auslandstermin seit der Krebsdiagnose, und sie verband königliche Zeremonie mit einem Arbeitsbesuch über Bildung, der langfristig angelegt ist. Dass sie dabei nicht nur empfangen, sondern auch von den älteren Bewohnerinnen Carla Nironi, Iona Bartoli und Eletta Bertani eine halbe Stunde lang begrüßt wurde, passte zu dem Bild einer Prinzessin, die ihre Mission als Gespräch mit mehreren Generationen versteht. Alle drei wurden um den Beginn des Zweiten Weltkriegs geboren.
Am Ende blieb der Eindruck eines Besuchs, der höfische Symbolik und politischen Anspruch zusammenführt. Catherine war in Reggio Emilia nicht nur eine prominente Gastfigur, sondern eine royale Vertreterin, die ihre Arbeit an der frühesten Bildungsphase sichtbar mit internationalem Anspruch verbindet. Die Frage ist damit nicht, ob diese Mission weitergeht, sondern wie weit sie sie nach diesem Auftakt noch tragen wird.

