Frenchie ist in Episode 7 von „The Boys“ getötet worden, und Homelander hat zugleich den US-Präsidenten im Oval Office erschlagen, den Kongress aufgelöst und die Trennung von Kirche und Staat beendet. Die Folge, die jetzt auf Prime Video läuft, macht aus dem Ende der Staffel eine offene Machtdemonstration.
Französisch? Nein: Frenchie. In seinen letzten Minuten kämpfte er gegen Homelander, um Kimiko zu schützen, bevor er tödlich verletzt wurde. Kimiko fand ihn blutend auf dem Boden, nachdem Homelander davongeflogen war; kurz vor seinem Tod küssten sich beide. Es ist ein Abschied, der bei Zuschauern kaum kalt bleiben dürfte, zumal die Serie mit dieser Episode eine weitere Hauptfigur aus dem Spiel nimmt. Auch Soldier Boy war kurz in der Reichweite dieses Machtsturms: Nachdem Homelander die Seven abgeschafft hatte, verließ er das Land, wurde später von Homelander erwürgt und zurück in Kryostase gebracht.
Die Episode setzt damit auf Eskalation statt Übergang. Während Frenchie, Kimiko und Sister Sage mit Strahlung experimentierten, um Homelander zu schwächen, jagten Hughie und Butcher weiter den Spuren nach, die zu Propagandafilmen führten, die in den Vought Studios zugunsten Homelands produziert wurden. Parallel dazu gerieten Hughie und Butcher in die Hände eines Gestaltwandlers, der sich in Joe Kessler verwandelte; die beiden töteten den Supe und entkamen. Dass all das in einer penultimativen Folge passiert, erklärt, warum die Staffel längst nicht mehr nach Aufbau aussieht, sondern nach Abriss.
Für Tomer Capone, der Frenchie seit fünf Staffeln spielt, ist der Tod der Figur offenkundig schwer zu verarbeiten. Er sagte nach der Ausstrahlung, er habe die Episode noch nicht gesehen, es sei ihm „zu nah“ und er sei „zu sehr verbunden“. Frenchie sei die längste Rolle seiner Karriere gewesen, sagte Capone, und er habe noch nicht ganz begriffen, dass dies die letzte Staffel sei und alles vorbei ist. Zugleich sprach er von Gesprächen mit Karen über Episode 7 und nannte die Lage „aufgeregt und bittersüß“. Das erklärt auch, warum der Verlust nicht nur im Plot sitzt, sondern im Verlauf der Serie selbst: Frenchie war über fünf Staffeln eine konstante Figur, und gerade deshalb trifft sein Tod härter als ein bloßer Schockeffekt.
Die größere Antwort auf die Frage, wohin die Serie jetzt steuert, hat Homelander selbst geliefert. Mit dem Tod des Präsidenten, dem Ende des Kongresses und der Abschaffung der Seven ist die Ordnung in der Welt von „The Boys“ nicht mehr beschädigt, sondern eingerissen. Episode 7 ist damit nicht nur ein weiterer Toter in der finalen Staffel, sondern der Punkt, an dem Homelander seine Macht offen an die Stelle des Staates setzt. Wer nach der nächsten Folge auf Auflösung hofft, sollte sich eher auf die letzte Konfrontation vorbereiten. Dazu passen auch die Nebenstränge, die weiter Druck aufbauen: Daveed Diggs tritt im The-Boys-Finale-Musical auf, während der Homelander-Kult weiter wächst, und auch die Debatte um Füllmaterial und Payoff begleitet die letzten Kapitel mit Karl Urban. Frenchies Tod beantwortet die wichtigste Frage der Folge aber bereits jetzt: Diese Staffel will keinen sanften Abschluss, sondern den endgültigen Zusammenbruch.

