Zora Klipp will in der ersten Runde der Küchenschlacht Grünkernbratlinge mit Rahmkohlrabi und Petersilienkartoffeln kochen. Das Gericht, sagte sie, kenne sie aus ihrer Kindheit; ihre Mutter habe es früher zu Hause immer gemacht.
Für Klipp ist das mehr als ein Rezept. Sie sagte, ihre Familie habe zu Hause nicht viel Fleisch gegessen, ihr Vater sei lange Vegetarier gewesen. Genau deshalb habe sie früh gelernt, mit einfachen Zutaten zu arbeiten und Essen als etwas Alltägliches zu sehen, das trotzdem nach etwas Besonderem schmecken kann. Die Köchin hat nach eigenen Angaben schon mit sieben Jahren Mini-Pancakes für alle gemacht. Mit etwa zwölf habe sie dann wohl zum ersten Mal für die ganze Familie gekocht.
Dass sie heute so selbstverständlich über das Kochen spricht, passt zu ihrem eigenen Alltag. Klipp sagte, sie koche und backe extrem viel und sei eigentlich immer in der Küche. Dort gibt es inzwischen auch einen Spielbereich für ihren Sohn, damit sie bei ihm sein kann, während sie arbeitet. Gebacken habe sie zuletzt sogar schon ein Baby Cake aus Süßkartoffeln, Hafer und Kokosmehl. Ihr Zuhause, sagte sie, sei eine einfache Mietwohnung mit einer Küche, die schon drin gewesen sei, nicht etwa ein professionell ausgestatteter Raum.
Genau das macht ihre Rolle bei der Küchenschlacht glaubwürdig. Die Sendung laufe seit fast 20 Jahren im ZDF, sagte Klipp, und ihr Erfolg liege für sie vor allem an den persönlichen Geschichten der Teilnehmenden. Die Zuschauer begleiteten die Kandidatinnen und Kandidaten von Woche zu Woche, und aus diesen Lebensgeschichten entstehe die Bindung. Klipp sagte dazu: „Ich glaube, es sind die persönlichen Geschichten.“
Zwischen Alltag und TV-Küche liegt bei ihr offenbar kein großer Abstand. Klipp sagte, sie habe einen guten Reiskocher, benutze noch immer einen alten Food Processor aus Studienzeiten und komme ohne eine Microplane-Reibe nicht aus. Auch bei der Frage nach dem unverzichtbaren Vorrat gibt es bei ihr keine großen Überraschungen: Butter müsse immer im Haus sein. „Butter. Butter ist bei mir überall drin, die macht einfach alles leckerer“, sagte sie.
Klipp moderiert die Küchenschlacht manchmal und sitzt gelegentlich auch in der Jury. Dass sie nun mit einem Gericht auftritt, das aus dem Familienalltag stammt, passt zu dem Bild, das sie selbst von sich zeichnet: eine Köchin, die auf der Studiobühne nicht von ihrer eigenen Küche getrennt ist, sondern sie mitbringt. Für die Sendung ist genau das der Kern des Formats. Klipp hat damit die Frage nach dem Reiz der Küchenschlacht selbst beantwortet: Nicht die Technik allein trägt die Show, sondern die Biografien der Menschen am Herd.
