Lesen: Silberpreis nahe 86,94 USD: Kurs testet nach Ausbruch die Unterkante

Silberpreis nahe 86,94 USD: Kurs testet nach Ausbruch die Unterkante

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Der Silberpreis ist nach einem kräftigen Anstieg wieder etwas zurückgefallen und notiert heute nahe 86,94 USD. Zuvor hatte er gestern bei 89 USD ein frisches Hoch markiert und damit erstmals seit Februar einen wichtigen Widerstand erreicht.

Der Sprung kam nicht aus dem Nichts. Silber brach am 7. Mai im Tages-Chart aus einem abwärts gerichteten Dreieck aus und lief anschließend direkt bis zum 0,382-Fibonacci-Retracement nahe 89 USD. Seit dem 4. Mai bewegt sich der Kurs zudem in einem aufsteigenden, parallelen Kanal. Nach dem gestrigen Anlauf liegt er nun nahe der unteren Begrenzung dieses Kanals, was die kurzfristige Lage spürbar verändert.

Technisch bleibt das Bild dennoch zweigeteilt. Im Tages-Chart ist der Ausbruch bullisch, der Relative-Stärke-Index bewegt sich mit nahe 70 noch in einem konstruktiven Bereich, und der BBWP-Indikator für die Volatilität zeigt rote, hohe Werte an. Das spricht für Bewegung, nicht für Ruhe. Auf dem 4-Stunden-Zeitrahmen hat sich das Momentum aber sichtbar abgekühlt: Der RSI durchbrach gestern den aufsteigenden Trend und liegt nun im neutralen Bereich, während das MACD-Histogramm rot geworden ist und nach unten zeigt. Auch der 4-Stunden-RSI und der MACD deuten damit auf nachlassende Kraft hin.

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Für Händler ist genau dieser Widerspruch entscheidend. Ein kontrollierter Rücksetzer bis zum 0,5-Fibonacci-Retracement bei 79 USD könnte das Momentum aus Sicht der Charttechnik neu aufladen. Fällt der Kurs dagegen unter den Kanal, dürfte der Weg dorthin schnell frei werden. Gelingt Silber hingegen ein klarer Ausbruch über 89 USD, öffnet sich die nächste Widerstandszone beim 0,236-Fibonacci-Level nahe 101 USD.

Dass Silber so heftig reagiert, passt zum größeren Bild. Das Metall hängt nicht nur an Charts, sondern auch an makroökonomischen Bedingungen, industrieller Nachfrage und einem knappen Angebot. sagte dazu: „Silberpreise werden sowohl von allgemeinen makroökonomischen Faktoren als auch vom realen Sektor beeinflusst: industrielle Nachfrage, begrenztes Angebot und das allgemeine Marktsentiment in Bezug auf Zinssätze. Silber kann steigen, wenn die Geldpolitik gelockert wird (Zinssenkungen), sofern dadurch die wirtschaftliche Aktivität angeregt wird, reagiert jedoch noch stärker auf Konjunkturabschwünge und Rezessionen.“ Frühere Berichte hatten den Weg in Richtung 100 USD bereits mit Angebotsengpässen und physischer Nachfrage verknüpft.

Die Frage für den Markt ist deshalb nicht, ob Silber beweglich bleibt. Sie ist, ob der jüngste Ausbruch genug Kraft hat, um den Widerstand bei 89 USD doch noch zu knacken, oder ob der Kurs erst noch den Weg über 79 USD nehmen muss, bevor ein neuer Versuch startet.

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