Raiffeisen Waren und Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main haben ihre Landtechniksparten zum 1. Mai 2026 in der neuen Gesellschaft Raiffeisen Technik gebündelt. Der Zusammenschluss schafft ein Vertriebsnetz mit mehr als 100 Standorten in Deutschland, Frankreich, Dänemark und Polen.
Die neue Einheit verkauft nach eigenen Angaben mehr als 2.600 Traktoren im Jahr, erwartet einen Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 1.800 Menschen. Raiffeisen Waren GmbH hält die Mehrheit an Raiffeisen Technik und führt das Tagesgeschäft.
Für Hersteller ist der Schritt mehr als eine interne Umstrukturierung. Raiffeisen Technik soll zu einem der größten exklusiven AGCO-Händler der Welt werden und damit Marken wie Fendt, Massey Ferguson und Valtra vertreiben. AGCO ist der Mutterkonzern dieser drei Marken. Im deutschen Markt bleibt das Fendt-Händlernetz jedoch breiter aufgestellt, denn dazu gehören weiterhin auch BayWa, Agravis Technik Raiffeisen und die Schröder Group.
Der Zusammenschluss war bereits angelegt. Raiffeisen Waren und RWZ hatten 2021 eine strategische Allianz vereinbart, die Standorte, Betriebsmittel und die Vermarktung von Agrarprodukten einband. Mit der neuen Gesellschaft wird diese Zusammenarbeit nun auf die Landtechnik konzentriert und deutlich enger organisiert.
Christoph Gröblinghoff nannte die Fusion einen „wichtigen Schritt“. Für Raiffeisen Technik liegt die eigentliche Bewährungsprobe jetzt im Alltag: in Werkstätten, bei Ersatzteilen und im Gebrauchtmaschinenhandel. Genau dort will das Unternehmen den Service ausbauen und zeigen, ob Größe in einem ohnehin umkämpften Markt auch schnellere Hilfe für Kunden bedeutet.
Die offene Frage ist weniger, ob die neue Struktur auf dem Papier funktioniert, sondern wie schnell sie im Handel und im Service tatsächlich spürbar wird. Davon wird abhängen, ob Raiffeisen Technik für Fendt und die anderen AGCO-Marken mehr ist als ein neuer Name über vielen bestehenden Standorten.
