Lesen: Lidl: Finanztip findet bei Eigenmarken teils fast identische Markenware

Lidl: Finanztip findet bei Eigenmarken teils fast identische Markenware

Veröffentlicht
3 Min. Lesezeit 25 Aufrufe
Anzeige

Wer bei zur Eigenmarke greift, spart nicht immer nur am Etikett. Eine gemeinsame Recherche von und der App hat fünf Beispiele gefunden, bei denen No-Name-Produkte und Markenware aus derselben Produktion stammen sollen – teils mit identischen Zutaten, teils mit nur winzigen Unterschieden.

Bei den Prinzenrolle Cremys etwa kostet die Packung 1,99 Euro, die Lidl-Eigenmarke Sondey Biskuits 1,49 Euro. Finanztip zufolge kommen beide von , die Zutaten seien in derselben Reihenfolge aufgeführt und auch die Nährwerte identisch. In einem Blindtest habe es weder beim Geschmack noch beim Geräusch einen hörbaren Unterschied gegeben.

Ähnlich fällt der Vergleich bei Apfelsaft aus. Apfelsaft kostet 1,99 Euro für 1 Liter, Lidl Solevita Apfelsaft 1,59 Euro für 1,5 Liter. Finanztip sagt, beide stammten von Pfanner; die Markenflasche sei 46 Prozent teurer. Beim Snackvergleich liegt Lorenz Crunchips Paprika bei 1,99 Euro für 150 Gramm, die Lidl-Chips Snack Day Paprika bei 1,09 Euro für 200 Gramm. Laut Finanztip produziert Snacky Knabbergebäck, eine Tochter von , die Eigenmarke. Die Zutaten unterscheiden sich nur minimal, etwa durch Sonnenblumenöl bei Snack Day und eine Ölmischung bei Crunchips. Im Blindtest sei der Unterschied kaum zu schmecken gewesen, die günstigere Variante schnitt sogar minimal besser ab.

- Advertisement -

Auch bei Nüssen zeigt sich das Muster. Ültje Erdnüsse kosten 2,49 Euro für 180 Gramm, Lidl Alesto Erdnüsse 0,99 Euro für 200 Gramm. Finanztip ordnet beide zu, der Mutter von Ültje. Die Zutaten seien praktisch identisch, bei Ültje sei nur etwas mehr Salz enthalten. Für viele Käufer ist das kein Zufall, sondern ein Zeichen dafür, wie sehr Marken und Eigenmarken inzwischen ineinander übergehen.

Mehr als die Hälfte der Deutschen, 52 Prozent, kauft bereits überwiegend Eigenmarken. Gerade in Zeiten, in denen alles teurer wird, ist das für viele der naheliegende Griff ins Regal. Der Blick auf Lidl zeigt dabei ein größeres Muster: Private-Label-Ware ist oft nicht einfach eine billigere Kopie, sondern kommt aus denselben Fabriken wie die bekannten Markenprodukte. Ein weiteres Beispiel dafür lieferte Galileo mit dem Düsseldorfer Senf von Delikato und Löwensenf. Beide sollen aus genau derselben Fabrik kommen, der einzige Unterschied sei der Preis; die Markenversion koste 44 Prozent mehr.

Warum produzieren Markenhersteller überhaupt No-Name-Ware? erklärte dazu, dass es am Ende günstiger werde, je mehr eine Fabrik ausgelastet sei. Genau darin liegt die Logik hinter vielen dieser Doppelproduktionen: Die Maschinen laufen ohnehin, die Stückkosten sinken, und am Regal entscheidet oft nur noch der Preis. Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Wer die Verpackung beiseitelegt, findet mitunter dasselbe Produkt deutlich günstiger wieder.

Anzeige
Diesen Artikel teilen