Lesen: Carolin Kebekus und Annette Frier blicken auf die Abgründe der Gemeinschaft

Carolin Kebekus und Annette Frier blicken auf die Abgründe der Gemeinschaft

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und steigen in der neuen Folge von gemeinsam in die Abgründe einer unfreiwilligen Gemeinschaft hinab. Die Sendung nimmt Gruppenchats von Mehrfamilienhäusern ebenso aufs Korn wie die Nachwuchssorgen einer Gemeinschaft, die beiden Frauen geprägt hat: der katholischen Kirche.

In der läuft die Ausgabe unter dem Titel Die Carolin Kebekus Show: Auf der Suche nach Gemeinschaft. Dort wird ausgerechnet in einer Woche, in der der , der , ein und Spaziergänge als große Gemeinschaftsevents genannt werden, nach Nähe, Zugehörigkeit und dem Preis des Mitmachens gefragt. Kebekus und Frier machen daraus kein feierliches Bekenntnis, sondern eine Fahrt durch jene Zonen, in denen Gemeinschaft eher Pflicht als Halt ist.

Der Reiz liegt gerade darin, dass die Sendung bei etwas Alltäglichem ansetzt und dann weiter in einen empfindlichen Kern vorstößt. Gruppenchats von Mehrfamilienhäusern sind dafür ein passendes Bild: Man ist drin, weil man dazugehören muss, nicht weil man unbedingt will. Genau dort setzt die Folge an, bevor sie die Frage nach den Nachwuchssorgen der katholischen Kirche aufnimmt. Die Kirche erscheint in diesem Zusammenhang nicht als bloßes Thema, sondern als prägende Gemeinschaft, an der Kebekus und Frier ihre Beobachtungen festmachen.

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Dass die beiden gerade diese Mischung wählen, ist kein Zufall. Die Woche der großen Gemeinschaftsevents liefert den Rahmen, aber die Sendung bleibt nicht bei dem freundlichen Begriff stehen. Sie zeigt, wie schnell aus Gemeinschaft Kontrolle, Erwartung und Überforderung werden können. Der Blick auf die katholische Kirche verschärft das noch: Nachwuchsprobleme sind dort nicht nur eine statistische Frage, sondern eine Frage danach, wer bleiben will, wer geht und warum Zugehörigkeit für viele längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Am Ende beantwortet die Ausgabe ihre eigene Ausgangsfrage klar: Gemeinschaft ist nicht automatisch Wärme, sondern oft auch Zwang, Gewohnheit und ein dauernder Aushandlungsprozess. Genau deshalb dürfte die Folge mehr sein als ein weiterer Wochenbeitrag über Zusammenhalt. Sie trifft einen Nerv, weil sie zeigt, wie nah sich großer Gemeinschaftspathos und der mühsame Alltag des Dazugehörens inzwischen sind.

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