Finnland schickt beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien Linda Lampenius und Pete Parkkonen ins Rennen. Das Duo gewann den Uuden Musiikin Kilpailu, den finnischen Vorentscheid, und tritt nun mit dem Song „Liekinheitin“ an, dessen Titel so viel wie „Flammenwerfer“ bedeutet.
Der Beitrag lebt von Feuer. Auf der Bühne spielt ein Fenster während des Auftritts in Flammen auf, während der Song von einer toxischen Beziehung erzählt, von Liebe, die heiß vor Leidenschaft ist und zugleich emotional kalt bleibt. Lampenius will vor dem großen Finale zudem ihre Violine live spielen. Das ist beim ESC ungewöhnlich, denn Instrumente sind dort meist nur Zierde, die Musik kommt normalerweise vom Band.
Für Lampenius ist der Auftritt auch eine Rückkehr mit Gewicht. Sie spielte einst die erste Geige an der Finnischen Nationaloper und bringt nun ihre klassische Ausbildung in einen Wettbewerb, der sich selten mit Zurückhaltung belohnt. Parkkonen wiederum ist kein Neuling im Rampenlicht: 2008 wurde er bei der finnischen Version von „Deutschland sucht den Superstar“ Dritter, später landete er mit seiner Musik auf Platz eins der Charts.
Finnland kennt sich mit Beiträgen aus, die nicht auf Sicherheit setzen. Das Land hat beim ESC wiederholt auf auffällige Auftritte gesetzt, mit Erika Vikman und „Ich komme“, dem hosenlosen Windows95man und vor allem Lordi als früherem Ausreißer. Genau mit Lordi holte Finnland zuletzt vor 20 Jahren den Sieg.
Der neue Beitrag passt in diese Linie, geht aber einen Schritt weiter: Er setzt nicht nur auf Provokation, sondern auf eine klar erzählte Bühne mit starkem Bild und einer ungewöhnlichen Live-Komponente. Ob das im Wettbewerb trägt, hängt davon ab, ob die Mischung aus Feuer, Pop und klassischer Geige in Wien mehr als nur Aufmerksamkeit erzeugt. Für Finnland ist die Antwort schon da: Es will wieder nicht übersehen werden.

