Last week weihten religiöse Führer im Trump National Doral Miami Golfclub eine 22 Fuß hohe goldene Statue von Präsident Donald Trump ein. Während der Zeremonie rief Trump an und nannte die Statue „beautiful“.
Die Zeremonie stand unter der Leitung von Pastor Mark Burns, der sagte, Trump habe ursprünglich persönlich erscheinen sollen. Burns erklärte später, der Plan habe sich nach Kritik an einem von Trump geposteten und anschließend gelöschten, KI-generierten Bild von ihm als Jesus Christus geändert.
Die Statue war das Produkt einer Gruppe von Kryptowährungs-Enthusiasten, die Trump unterstützen, und diente dazu, einen Meme-Coin namens $PATRIOT zu verkaufen. Damit bekam die Szene im Golfclub eine politische und kommerzielle Ebene zugleich: Verehrung, Wahlkampfsymbolik und Krypto-Marketing fielen in derselben Inszenierung zusammen.
Burns ging nach der Veranstaltung in den sozialen Medien auf Distanz zu dem Vorwurf, die Statue sei eine Form von Götzendienst. Der Pastor ist Senior Pastor der Harvest Praise & Worship Center in Easley, South Carolina, und Gründer des international ausgestrahlten NOW evangelical television network. Er sagte, er sei ein sehr früher Unterstützer Trumps gewesen und bereits 2015 in dessen Umfeld gewesen, bevor Trump seine Kampagne ankündigte.
In dem Gespräch ordnete Burns seine Unterstützung religiös ein. Der Herr habe ihm gesagt, er solle „show the world that this man’s not a racist“, sagte er. Auf die Frage, wie er das verstehe, verwies Burns auf seinen Glauben: Gott spreche zu Menschen „through dreams“, „through the word of the Lord“ und setze Herrscher ein und ab. „He raises up one and sits down another“, sagte er und fügte hinzu: „That includes President Biden, former President Obama, and any other leader that America has.“
Diese Deutung ist genau der Punkt, an dem die Trump-Statue über ein PR-Spektakel hinausgeht. Für Burns ist sie kein Bild der Anbetung, sondern ein politisch-religiöses Statement über Loyalität, Führung und göttliche Vorsehung. Für Kritiker dürfte gerade diese Verbindung den Aufruhr erklären: Ein Goldstandbild, finanziert und vermarktet über Krypto, mitten in einer Zeit, in der Trump selbst wegen eines Christus-Bildes unter Druck geraten war.
Burns sagte zudem, er habe Trump schon 2015 unterstützt und halte ihn für Teil einer größeren Geschichte darüber, wen Gott in Amerika an die Spitze stellt. Sein Schluss war weniger defensiv als grundsätzlich: „We are all sinners“, sagte er. Und als er auf die Kritik an der Statue angesprochen wurde, beharrte er: „I know what the word of God says, I know G“.
Die entscheidende Frage ist damit nicht mehr, ob die Statue Aufmerksamkeit erzeugt hat. Das hat sie. Entscheidend ist, dass Burns sie trotz des Vorwurfs des Götzendienstes als Glaubens- und Machtbotschaft verteidigt und Trump selbst die Inszenierung mit einem Anruf absegnete. Die goldene Figur war damit nicht bloß Dekor in Doral, sondern ein politisches Zeichen, das bewusst ausgestellt und ebenso bewusst verteidigt wurde.

