Im zweiten Film des „Kroatien-Krimi“ mit dem Titel „Gefahr im Verzug“ rückt Felix Klare ins Zentrum der Ermittlungen. Romina Küper ist erneut als Nachwuchskommissarin Valessa Matkovic dabei, und für sie wird der Fall schnell persönlich: Sie ist überzeugt, dass Drago Varga etwas mit dem Verschwinden ihrer besten Freundin zu tun hat.
Varga ist kein Unbekannter. In Zagreb wurde er zweimal wegen Vergewaltigung angezeigt, in beiden Fällen hielten ihm einflussreiche Freunde ein Alibi. Nun soll er sich in Split niederlassen, in einer Villa mit Blick über die Stadt und das Meer. Für Valessa ist das kein Zufall, sondern ein Warnsignal. Sie nennt Varga einen „notorischer Vergewaltiger“ und einen „kranker Sex-Maniac“ und ist sogar bereit, Beweise zu manipulieren, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen.
Der Fall bekommt zusätzliches Gewicht durch Jasna Ljuba. Die Kellnerin ist seit drei Wochen nicht mehr zur Arbeit gekommen, und ihr Vater Marco Ljuba weist die Kommissarin zunächst brüsk ab. Gespielt wird er von Samuel Finzi. Damit verschränkt der Film die Suche nach einer verschwundenen Frau mit einem Verdächtigen, der sich offenbar hinter Geld, Einfluss und einer prunkvollen Adresse verschanzt.
„Mord am Jadro“ wurde vor dem zweiten Film als erster „Kroatien-Krimi“ mit Romina Küper beschrieben und wirkte wie ein langer Anlauf für die Fortsetzung. Genau so liest sich jetzt auch „Gefahr im Verzug“: weniger als Neuanfang, mehr als der Moment, in dem die Reihe Fahrt aufnimmt. Mit dem achtzehnten „Kroatien-Krimi“ ist das Format längst angekommen, und gerade deshalb fällt auf, wie hart Valessa in diesem Fall an ihre eigenen Grenzen gedrängt wird.
Der entscheidende Punkt ist dabei nicht nur, ob Varga schuldig ist, sondern ob Valessa die Kontrolle behält. Der Film stellt eine Ermittlerin in den Mittelpunkt, die einen Mann für gefährlich hält und bereit ist, selbst Regeln zu brechen, um ihn zu stoppen. Genau daraus zieht „Gefahr im Verzug“ seine Spannung: aus dem Verdacht gegen Varga und aus der Frage, wie weit eine Kommissarin gehen darf, wenn sie glaubt, dass die Justiz versagt.

