Jasmin Gerat hat das Moderieren komplett hinter sich gelassen. Die Schauspielerin sagte in der Sendung „DAS! Rote Sofa“, der Wendepunkt sei für sie Ende der 1990er Jahre gekommen, nach fünf Jahren vor der Kamera als Moderatorin.
„War ich ein bisschen ausgebrannt“, sagte Gerat über diese Zeit. Sie erinnerte sich daran, dass sie damals „vier Sendungen parallel gemacht“ habe und „nur noch im Flieger, nur noch im Taxi“ gesessen habe. Irgendwann, sagte sie, sei sie „leergespielt“ gewesen. Heute sei das keine vorübergehende Pause mehr, sondern ein klarer Schnitt: Mit dem Moderieren habe sie abgeschlossen.
Gerat, die in Berlin geboren wurde, begann ihre Karriere früh. Mit 16 Jahren war sie 1994 ein „Bravo-Girl“, zwei Jahre später stand sie mit ihrem ersten Auftritt in der ZDF-Serie „First Love - Die große Liebe“ erstmals als Schauspielerin vor der Kamera. Es folgten Musiksendungen wie „Heart Attack“, „Chartbreaker“ und „Bravo TV“, später von 1998 bis 1999 auch „MTV Alarm“ an der Seite von Christian Ulmen. Damit wurde aus der TV-Gesichterin nach und nach eine feste Schauspielerin.
Der Wechsel weg vom Moderieren hin zur Schauspielerei zog sich über Jahre. Ab 2000 war Gerat in 26 Episoden von „Küstenwache“ zu sehen, später spielte sie drei Jahre lang die Kriminalkommissarin Jale Beck in „SOKO Köln“. Auf der Kinoleinwand war sie unter anderem in „Mädchen Mädchen 2“, „Kokowääh“ und „Kokowääh 2“ zu sehen. Seit 2019 spielt sie die Ermittlerin Stascha Novak im „Kroatien-Krimi“, drei Jahre später kam Inès Lemarchal in der ersten Staffel von „Tage, die es nicht gab“ hinzu. In der zweiten Staffel steht sie nun wieder als Inès vor der Kamera.
Die alte Moderatorinnen-Rolle passt für sie auch deshalb nicht mehr, weil sich ihr Leben verschoben hat. Gerat ist Mutter von zwei Kindern und engagiert sich in der Hospizarbeit. Dazu kommt ein Hobby, das mit dem früheren Dauerstress wenig zu tun hat: Sie ist begeisterte Boxerin. Auf die Frage nach ihrer Entwicklung sprach sie offen über eine Jugend voller Unruhe. „Ich muss noch meine Pubertät ein bisschen nachholen“, sagte sie und beschrieb sich als „sehr schwierig, voller Energie und Gefühle“. Heute klinge das anders. Tiere und Natur hätten ihr geholfen, sagte sie, sich herunterzuholen, und inzwischen liebe sie die Jahreszeiten, während sie früher im Winter meist in die Sonne geflohen sei. Der Schluss aus all dem ist klar: Jasmin Gerat ist nicht einfach nur aus dem Moderieren ausgestiegen, sie hat sich bewusst für ein anderes Leben entschieden, in dem Schauspiel, Familie und Hospizarbeit den Ton angeben.
