Warren Buffett hat Berkshire Hathaway von 1970 an zu einer langjährigen Outperformance geführt, und auch nach seinem Rücktritt Ende vergangenen Jahres tragen viele der größten Beteiligungen des Konzerns weiter seine Handschrift. Besonders deutlich wird das bei Visa: Berkshire hält 8,3 Millionen Aktien des Zahlungsdienstleisters, ein Paket im Wert von etwas weniger als 2,7 Milliarden Dollar, das in den vergangenen zehn unruhigen Jahren um mehr als 300% zugelegt hat.
Der Grund, warum diese Beteiligung gerade jetzt wieder Beachtung findet, liegt nicht nur in Buffett selbst. Visa meldete im vergangenen Quartal ein Plus von 9% beim gesamten Zahlungsvolumen und einen Anstieg des Umsatzes um 17% im Jahresvergleich. Gleichzeitig blieb der Konzern damit auf einem Kurs, der fast 20 Jahre lang nur in der frühesten Phase der Corona-Pandemie unterbrochen wurde: Kein Quartal ohne Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr. Für Anleger, die in einem volatilen Markt nach belastbaren Geschäftsmodellen suchen, wirkt das wie ein nüchterner Beleg dafür, warum Buffett solche Namen bevorzugt hat.
Auch das Umfeld spricht für diese Lesart. Der S&P 500 hatte im April mehr als 10% zugelegt, nachdem er im März fast 6% verloren und im Februar nur ein moderateres Minus verbucht hatte. In diesem Auf und Ab gelten Visa, VeriSign und Coca-Cola als Beispiele für Berkshire-Beteiligungen, die in ruhigen wie in hektischen Phasen verlässlich bleiben sollen. Coca-Cola bleibt wegen seiner langen Dividendengeschichte ein Favorit des Hauses, VeriSign wird als Wächter eines Geschäfts beschrieben, das nie verschwindet.
Der eigentliche Wandel liegt aber tiefer als jede Quartalszahl an der Börse. Verbraucher zahlen in den USA inzwischen 31% aller Inlandskäufe mit Plastik, während Bargeld nur noch bei 7% der Transaktionen verwendet wird; 2016 lag Bargeld noch bei 14% und Kreditkarten bei 8%. Das passt zu den jüngsten Daten, wonach die US-Einzelhandelsausgaben im vergangenen Quartal trotz steigender Preise um 3,7% zulegten. Buffett ist weg vom Chefsessel, doch die Unternehmen, die er bevorzugte, profitieren weiter von genau dem Verhalten, auf das er gesetzt hat: mehr Kartenzahlung, weniger Bargeld, und Geschäftsmodelle, die auch in unruhigen Märkten funktionieren.

