Im Taubenturm in Dießen zeigen Benedikt Hipp und Lisa Reitmeier derzeit ungewöhnliche keramische Arbeiten, die unter extremen Bedingungen in einem selbst gebauten Holzbrandofen entstanden sind. Die Stücke gehören zu einer Ausstellung, die am Ammersee in dieser Woche an Fahrt aufnimmt.
Ab 14. Mai präsentieren 165 Künstler und Kunsthandwerker ihre Arbeiten am Ammerseeufer. Das Angebot reicht von Tischgeschirr bis zu Designer-Einzelstücken und spannt damit den Bogen zwischen Gebrauch und Unikat. Die Schau in Dießen setzt dafür einen besonders eigenwilligen Akzent: Hipp und Reitmeier zeigen im Taubenturm Keramik, die gerade wegen der schwierigen Herstellung ihren Reiz entfaltet. Im größeren Rahmen fügt sich das in ein Programm ein, das am Seeufer auf Vielfalt setzt und unterschiedliche Formen von Handwerk und Gestaltung nebeneinanderstellt. Dass der Auftakt am 14. Mai liegt, macht den Tag zum Startpunkt für die gesamte Präsentation am See und gibt den beiden Ausstellungsorten in Dießen und am Ammerseeufer ihren gemeinsamen Takt.
Der Kontrast ist klar. Auf der einen Seite stehen die ungewöhnlichen Keramikstücke im Taubenturm, auf der anderen die breite Auswahl am Ufer, wo vom alltagstauglichen Geschirr bis zum einmaligen Designerstück vieles vertreten ist. Genau diese Spannweite macht die Präsentation am Ammersee heute relevant: Sie verbindet ein spezialisiertes Ausstellungsformat mit einem großen Überblick über das Schaffen von 165 Beteiligten. Für Besucher ist damit nicht nur ein einzelner Ort interessant, sondern ein ganzer Kunst- und Handwerksparcours rund um den See.
Am Ende ist die Botschaft schlicht: Der Ammersee wird ab dem 14. Mai zum Schaufenster für Handwerk und Gestaltung, und die Arbeiten von Hipp und Reitmeier im Taubenturm geben dem Auftakt in Dießen ein prägnantes Gesicht. Wer sehen will, wie weit Keramik zwischen Experiment und Nutzung reichen kann, findet dort den genauesten Hinweis.
