Samuel Mbangula will Werder Bremen nach nur einem Jahr nicht verlassen. Der 22 Jahre alte Offensivspieler, den der Klub im vergangenen Sommer von Juventus geholt hatte, hat der Bremer Seite nach Angaben aus seinem Umfeld das Signal gegeben, bleiben und sich durchsetzen zu wollen.
Für Werder ist das eine bemerkenswerte Nachricht in einer Phase, in der der Verein seine enttäuschende Saison gerade sortiert. Bremen beendete die Spielzeit auf Platz 15, und Sportchef Clemens Fritz machte klar, dass es nun darum gehe, die bereits begonnene Analyse abzuschließen und wieder erfolgreichere Jahre zu gestalten. Dass Mbangula bleiben will, passt zu diesem Kurs: Der Klub will Kontinuität, der Spieler will sie ebenfalls.
Der Transfer war im Sommer ein großes Investment. Werder setzte fast den gesamten Transferetat auf Mbangula, der für rund 10 Millionen Euro kam. Für einen jungen Spieler war das ein klares Bekenntnis, auch wenn die Bilanz sportlich durchwachsen ausfiel. In 26 Pflichtspielen brachte es Mbangula auf drei Tore und vier Vorlagen, stand aber nur zwölfmal in der Startelf und sammelte in 1.179 Minuten Einsatzzeit. Besonders bitter aus Bremer Sicht: In der zweiten Saisonhälfte kam nur noch eine Torbeteiligung hinzu.
Auch sein Marktwert entwickelte sich in die falsche Richtung. Im März fiel er von 14 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro. Das spiegelt nicht nur die Zahlen auf dem Papier wider, sondern auch den Verlauf einer Saison, in der Bremen oft nach Antworten suchte und sie nicht immer fand. Mbangulas Vertrag läuft dennoch bis 2030, und genau das gibt dem Klub jetzt Handlungsspielraum. Ein Spieler mit Potenzial und längerfristiger Bindung kann in der kommenden Saison schnell wieder zu einer zentralen Figur werden, wenn der Start gelingt.
Gleichzeitig bleibt der Widerspruch sichtbar, der Werder durch diese Spielzeit begleitet hat. Fritz sagte selbst, nicht alle Überlegungen seien aufgegangen. Der Verein hat sich im Sommer stark verändert und den Kader verjüngt, doch der gewünschte Schritt nach vorn blieb aus. Dass Mbangula bleiben will, ist deshalb mehr als nur eine Personalie. Es ist ein Testfall dafür, ob Werder aus einem teuren, bislang nur teilweise aufgegangenen Transfer doch noch den Spieler formt, den man sich vor einem Jahr erhofft hatte.
Die Bremer planen derweil schon weiter. Kenny Quetant und Chuki sind bereits verpflichtet, und Fritz betonte, dass er den Verein wieder in erfolgreichere Jahre führen wolle. Für Mbangula bedeutet das: Er bleibt nicht als fertige Lösung, sondern als offene Aufgabe. Genau darin liegt jetzt die Chance für beide Seiten.
