Der meteorologische Sommer beginnt am 1. Juni, doch der Start in die warme Jahreszeit fällt nach der neuen Langfristprognose nicht gleichmäßig aus. Die Wettermodelle ECMWF und NOAA sehen für Juni einen insgesamt zu milden und eher trockenen Verlauf, in München aber zunächst einen warmen Beginn, dann die Schafskälte mit Tageshöchstwerten unter 15 Grad Celsius und danach eine Phase mit Hochdruckwetter und Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad.
Dominik Jung hält einen zu warmen Juni für das wahrscheinlichste Szenario und beziffert die Wahrscheinlichkeit auf rund 70 bis 75 Prozent. Das amerikanische Modell erwartet im Juni etwa 2 Grad mehr als im Durchschnitt, das europäische Modell tendiert ebenfalls zu einem leicht zu trockenen Monat. Vor allem in der Mitte und im Norden zeigt NOAA etwas mehr Trockenheit, während Jung für Süd- und Südostbayern in El-Niño-geprägten Sommermonaten eine leicht erhöhte Niederschlagsneigung gegenüber dem Norden sieht.
Für München und das Umland ist der Blick auf den Juni damit ziemlich klar: Erst kommt ein freundlicher Start, dann eine spürbare Abkühlung um die Schafskälte, danach steigen die Chancen auf frühsommerliche Wärme deutlich. In den Alpenrandlagen bleibt laut Prognose weniger die Hitze als vielmehr das Gewitterrisiko das Hauptthema. Dort können die Bedingungen im Juni schnell umschlagen, wenn feuchte Luft auf warme Phasen trifft.
Auch der Juli deutet nach den Modellen auf einen klaren Wärmeüberschuss hin, wenn auch mit unterschiedlichen Nuancen. Das amerikanische Modell rechnet mit einem etwas wärmeren Juli bei nur 0,5 bis 1 Grad über dem Mittel von 18,3 Grad Celsius und beschreibt den Monat als wechselhaft. Das europäische Modell liegt deutlich höher und sieht einen teils signifikant zu warmen, zugleich eher zu trockenen Juli.
Für München und die Region ergibt sich daraus dennoch ein ähnliches Bild: Beide Modelle laufen am Ende auf einen Juli hinaus, der etwa 1 bis 1,5 Grad zu warm ausfällt und im Mittel bei rund 20,0 bis 21,5 Grad liegen dürfte. Dazu kommen nach der Prognose Hitzephasen über 30 Grad in mindestens zwei Wellen. Genau dort entscheidet sich, wie belastend der Sommerauftakt tatsächlich wird — nicht am ersten warmen Tag, sondern in den wiederkehrenden Hitzeabschnitten danach.
Die Vorhersage reicht über Juni und Juli hinaus bis in den August und zeigt vor allem eines: Ein kühler, nasser Sommerbeginn ist nach heutigem Stand nicht das wahrscheinlichste Szenario. Wer auf Entspannung vom Frühjahrswetter gehofft hat, bekommt zwar keinen durchgehend heißen Start, aber sehr wohl einen Sommer, der nach einer kurzen Delle rasch auf Wärme und später auf wiederkehrende Hitze schaltet. Der Bodenfrost ist damit kein Thema der Sommerprognose; im Blick stehen vielmehr frühe Wärme, zeitweise Trockenheit und mehrere heiße Phasen bis in den Hochsommer.

