Ein Kind hat René Magrittes „The Castle of the Pyrenees“ im Israel Museum in Jerusalem mit einem im Museumsgarten gefundenen Pinienzapfen durchstoßen. Das Surrealistenbild von 1959 muss nun konserviert werden.
Die Nachricht trifft ein Werk, das zu Magrittes bekanntesten zählt: ein riesiger Felsen mit einer Burg darauf, der über einem bewegten Meer zu schweben scheint. Für Besucher ist es damit ausgerechnet jetzt nicht zu sehen, nachdem es bei einem Familienbesuch vor mehreren Wochen beschädigt wurde.
Sharon Tager sagte, die Behandlung werde die Malschichten ebenso einbeziehen wie die Leinwand selbst. Das ist mehr als eine kosmetische Reparatur. Wenn Farbe und Gewebe verletzt sind, braucht ein Gemälde nicht nur Sorgfalt, sondern Zeit, und genau diese Zeit wird nun aus dem Ausstellungsraum verschwinden.
Der Vorfall hat auch deshalb Gewicht, weil das Bild eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte hat. In den 1950er Jahren bat Harry Torczyne einen seiner Kunden, etwas zu malen, das den Blick auf ein hässliches Gebäude aus seinem New Yorker Büro verdecken sollte. Aus diesem Wunsch entstand „The Castle of the Pyrenees“ im Jahr 1959. Was damals als Antwort auf einen unansehnlichen Ausblick begann, hängt heute als eines von Magrittes berühmtesten Werken an einer Wand und wird ausgerechnet von einem zufällig gefundenen Naturgegenstand beschädigt.
Genau dort liegt die Reibung dieses Falls: Ein Kind, ein Ausflug, ein Pinienzapfen — und ein Bild von internationalem Rang ist beschädigt. Das Israel Museum hat Erfahrung mit der Konservierung von Werken in schlechtem Zustand, doch wie lange „The Castle of the Pyrenees“ außer Sicht bleibt, ist offen. Fest steht nur, dass es nicht mit einem schnellen Ausbessern getan sein wird.
