Rubén Vargas soll die Schweiz beim Auftakt der WM 2026 gegen Katar im Angriff mittragen. Der 27 Jahre alte Flügelspieler aus Luzern geht damit in sein zweites Weltturnier als eine der wichtigsten Offensivoptionen seines Landes.
Warum sein Name gerade jetzt so präsent ist, liegt am Kalender und an seiner Rolle. Für die Schweiz beginnt das Turnier mit einem Spiel, das sofort Bedeutung hat, und Vargas ist einer jener Spieler, von denen erwartet wird, dass sie in solchen Momenten den Unterschied machen. Für einen Nationalspieler mit vier WM-Einsätzen und einem zweiten Anlauf auf der größten Bühne ist das mehr als nur ein weiterer Termin im Spielplan.
Vargas bringt einen ungewöhnlichen Weg mit. Er hat dominikanische Wurzeln über seinen Vater und probierte vor dem Fußball sogar Baseball, ebenfalls wegen dieser Familienverbindung. Später führte ihn der Weg über die Schweizer U-20 und U-21, bevor er nach seinem ersten Wechsel ins Ausland zu Augsburg 2019 in der A-Nationalmannschaft debütierte. Seitdem ist er ein fester Name im Schweizer Kader.
Sein erstes Weltturnier liegt noch nicht lange zurück, aber es blieb aus seiner Sicht unvollendet. In Katar 2022 stand Vargas in vier Partien auf dem Platz, traf jedoch nicht. Genau das macht seinen Start in dieses Turnier interessant: Die Schweiz setzt im Angriff auf einen Spieler, der Erfahrung mitbringt, dessen WM-Konto aber noch auf das erste Tor wartet.
Auf Klubebene kommt Vargas mit Spielpraxis, aber auch mit einer Verletzungsgeschichte nach diesem Sommer. Er hat zwei Spielzeiten bei Sevilla hinter sich, dort Rückschläge durch Verletzungen erlebt und sich dennoch als brauchbare Angriffsoption von der Bank etabliert. Sein Vertrag läuft bis Juni 2029, Transfermarkt beziffert seinen Marktwert zuletzt auf 12 Millionen Euro. Sevilla lehnte zudem ein Angebot von Leeds in Höhe von rund 20 Millionen ab und will ihn nicht für weniger als seine 40-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel abgeben.
Das macht den Schweizer nicht nur zu einer WM-Hoffnung, sondern auch zu einem Spieler, dessen Wert und Wirkung gerade in diesem Turnier neu bewertet werden könnten. Gegen Katar bekommt Vargas die erste Gelegenheit, zu zeigen, dass er für die Schweiz mehr ist als eine Option für späte Minuten. Für ihn ist es die Chance auf das erste WM-Tor. Für die Schweiz ist es ein frühes Maß dafür, wie scharf ihr Angriff in diesem Turnier wirklich ist.

