Julen Lopetegui hat Katars Angriff in seinen ersten sieben Spielen deutlich gebremst. Die Mannschaft kam in diesem Abschnitt nur auf 0,57 Tore pro Partie, obwohl sie im gesamten Qualifikationslauf noch 2,06 Treffer pro Spiel erzielt hatte.
Darum steht Lopetegui jetzt im Fokus: Katar reist mit dieser Formkurve zur WM 2026 in Nordamerika und wird dort an einem Turniermaßstab gemessen, der schärfer ist als alles, was in der Qualifikation half. Die Auslosung führt die Katarer in Gruppe B mit Kanada, der Schweiz sowie Bosnien und Herzegowina zusammen, und die Einschätzung fällt düster aus: Für ein frühes Aus liegt die Wahrscheinlichkeit bei 66,5 Prozent.
Der Vergleich mit der Qualifikation macht den Rückgang greifbar. Über den gesamten Weg zur Endrunde war Katar offensiv noch deutlich produktiver, doch unter Lopetegui ist genau dieser Bereich eingebrochen. Das passt zu einem Team, das schon in den asiatischen Ausscheidungsspielen im Schnitt 1,56 Gegentore pro Partie zuließ und sich die Teilnahme erst über einen zähen Playoff-Umweg sichern musste.
Die Sorge kommt nicht aus dem Nichts. Bei der Heim-WM 2022 schied Katar als erster Gastgeber der Geschichte mit drei Niederlagen aus, gegen Ecuador und die Niederlande brachte die Mannschaft damals nur 43 Prozent Ballbesitz und 6,67 Abschlüsse pro Spiel zustande. Auch in der Qualifikation wackelte sie gegen Gegner mit niedrigerem Profil wie Kirgisistan. Der Unterschied zu früher ist damit nicht nur ein statistischer Ausreißer, sondern ein Muster: weniger Kontrolle, weniger Durchschlagskraft, mehr Risiko.
Für Lopetegui bleibt nun nur der härteste Teil der Aufgabe. Gruppe B wird zeigen, ob Katar unter ihm wieder ein Turnierteam wird oder ob die Zahlen aus den ersten sieben Spielen den Ton für den Sommer vorgeben. Vor Kanada, der Schweiz und Bosnien und Herzegowina gibt es dafür keinen zweiten Anlauf.

