Bosnien und Herzegowina ist mit einem 1:1 gegen Canada in die Gruppe B der Weltmeisterschaft gestartet, doch der Punkt fühlte sich für Sergej Barbarez nicht wie ein sauberer Auftakt an. Der Trainer sagte nach dem Spiel in Toronto, seine Mannschaft habe die Initiative abgegeben, tief gestanden und den Kanadiern zu viel Raum gelassen.
Gerade deshalb wird dieses Ergebnis heute gesucht: Es war das erste Spiel der Gruppe, vor einem vollen Stadion und unter Bedingungen, die Barbarez als enormen Druck beschrieb. Er sprach von rund 80 Prozent kanadischen Anhängern und sagte, es sei ein großes Kompliment für sein Team, diesem Umfeld nicht erlegen zu sein.
Sportlich brachte Bosnien und Herzegowina die Partie zunächst selbst auf Kurs. Jovo Lukic köpfte die Führung und erzielte damit sein erstes Länderspieltor, ehe Cyle Larin Canada spät den Ausgleich rettete. Barbarez räumte ein, dass beide Teams den Punkt verdient hätten und das Resultat zufriedenstellend sei, auch wenn seine Kritik am eigenen Auftritt deutlich blieb.
Ein weiterer Moment, der das Spiel offen hielt, kam früh in der zweiten Halbzeit, als Sead Kolasinac auf der Linie klärte und Canada den Ausgleich zunächst verwehrte. Barbarez lobte die Erfahrung des Verteidigers und sagte, er erwarte genau solche Aktionen von ihm. Zugleich beschrieb er Canada als unglaublich körperlich und intensiv, mit einem klaren Plan, den die Gastgeber konsequent durchzogen.
Im Hintergrund der Partie stand auch Edin Dzeko. Der 40-Jährige saß auf der Bank, und Barbarez sagte, er hoffe, dass der Angreifer im nächsten Spiel gegen die Schweiz in Los Angeles eingesetzt werden kann. Danach folgt zum Abschluss der Gruppenphase Qatar, doch für Bosnien und Herzegowina ist schon jetzt klar, dass das nächste Spiel mehr Mut am Ball verlangen wird als der Auftakt gegen Canada.

