Österreich geht bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika zum achten Mal insgesamt an den Start. Wenn das Turnier am Donnerstag um 19.00 Uhr live auf ORF1 beginnt und um 21.00 Uhr angepfiffen wird, richtet sich der Blick auf eine Mannschaft, deren Geschichte bei Endrunden zwischen Glanz und frühem Ausscheiden schwankt.
Genau deshalb wird Herbert Prohaska jetzt wieder gesucht: weil Österreichs WM-Vergangenheit in diesen Tagen als Maßstab für das neue Turnier dient. Wer wissen will, wie weit das Team in Mexiko, den USA und Kanada kommen kann, schaut unweigerlich zurück auf die wenigen Kapitel, in denen Österreich bei einer WM wirklich Spuren hinterließ.
Die stärksten davon liegen weit auseinander. 1934 erreichte Österreich in Italien nach einem 3:2 gegen Frankreich und einem 2:1 gegen Ungarn das Semifinale, verlor dort 0:1 gegen Italien und anschließend auch das Spiel um Platz drei mit 2:3 gegen Deutschland. 1954 folgte in der Schweiz der größere Durchbruch: Nach einem 1:0 gegen Schottland und einem 5:0 gegen die Tschechoslowakei stand Österreich im Viertelfinale, besiegte Uruguay im Spiel um Platz drei mit 3:1 und wurde Dritter.
Diese dritte Platzierung blieb das beste Ergebnis in der Geschichte des ÖFB, doch sie steht neben einer Erinnerung, die noch immer lebendiger klingt als jede Statistik. Kurt Schmied sagte später über das 7:5 gegen die Schweiz in Lausanne, er habe noch mitbekommen, wie Österreich 0:3 in Rückstand geraten sei, danach wisse er überhaupt nichts mehr. Die „Hitzeschlacht von Lausanne“ bleibt bis heute das torreichste WM-Spiel überhaupt und zeigt, wie wild und offen Österreich an seinem besten Turnier auftreten konnte.
Doch die Bilanz hat auch eine andere Seite. 1978 kehrte Österreich nach 20 Jahren Pause zur WM zurück und schaffte in Argentinien mit Siegen über Spanien und Schweden sowie einem 3:1 gegen Mexiko den Einzug in die zweite Runde, ehe Niederlagen gegen die Niederlande und Italien folgten. Später endeten die Turniere 1990 und 1998 jeweils schon nach der Gruppenphase, was die historische Kluft zwischen den großen Jahren und den jüngeren Auftritten offen hält.
Für Österreich beginnt damit in Nordamerika mehr als nur eine weitere Endrunde. Das Team reist mit einer Bilanz an, die einen dritten Platz, einen vierten Platz und mehrere frühe Abschiede kennt, und mit der Frage, ob sich die achte WM-Teilnahme näher an 1954 als an 1998 anfühlen kann. Am Mittwoch läuft auf ORF1 um 22.15 Uhr die Dokumentation „Österreichs sieben WM-Abenteuer“, am Donnerstag folgt dann der eigentliche Test auf dem Platz.

