Am Donnerstag um 21 Uhr beginnt im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt die Fußball-WM 2026 mit Mexiko gegen Südafrika. Für das Aztekenstadion Mexiko ist es der Moment, in dem ein Ort, der seit Jahrzehnten zum Kern der Fußballgeschichte gehört, wieder in den Mittelpunkt der Welt rückt.
Das Stadion im Süden der Stadt wurde 1966 nach fünf Jahren Bauzeit eröffnet. Seitdem hat es Bilder geliefert, die sich in den Fußball eingebrannt haben: Pelé hob dort 1970 den WM-Pokal in die Höhe, 1986 gehörte der Rasen Diego Maradona, erst mit seinem Handspiel gegen England im Viertelfinale und kurz darauf mit seinem Sololauf über mehr als die halbe Spielfeldlänge. Wenige Tage später wurde Argentinien dort Weltmeister. Auch der Beiname Coloso de Santa Úrsula verweist darauf, wie eng dieser Ort mit einer Stadt, einem Viertel und einer Fußballkultur verbunden ist.
Doch der Auftakt ist nicht nur festlich. Das Viertel um das Stadion zeigt auch die andere Seite eines Megaereignisses, das Regeln mitbringt, die über das Spiel hinausreichen. Eine nahe Hausfassade trägt in roten Buchstaben die Worte „Boicot al Mundial“, und vor einer Apotheke tanzten drei Dr. Simis in Mexiko-Trikots. Zwischen Alltag, Vorfreude und offener Ablehnung wird sichtbar, dass die WM in Mexiko-Stadt nicht nur im Stadion stattfindet, sondern auch im Straßenbild davor.
Genau dort liegt die offene Frage dieses Tages: Wie stark Sicherheitszonen, Sponsorvorgaben und sogar Namensfragen das Umfeld des Stadions während des Turniers verändern, ist noch nicht im Detail klar. Sicher ist nur, dass das Aztekenstadion Mexiko mit dem ersten Anpfiff wieder einmal mehr ist als eine Kulisse. Es wird zum Prüfstein dafür, wie ein legendärer Fußballort mit den Anforderungen einer modernen Weltmeisterschaft zurechtkommt.

