Julian Nagelsmann hat vor dem Start der WM 2026 den größten Anspruch seines Teams noch einmal festgezurrt: Deutschland will den Titel holen. Der Bundestrainer sagte, die Aussage gelte weiter, und fügte hinzu, er sei „mega heiß“, ebenso wie seine Spieler.
Genau deshalb suchen viele jetzt nach dem wm spielplan 2026: Nicht nur wegen der Termine, sondern weil Nagelsmann den deutschen Kurs vor dem Turnier klar definiert hat. Nach zwei katastrophalen WM-Endrunden ist das mehr als eine Formel. Es ist der Versuch, einen viermaligen Weltmeister auf der größten Bühne wieder in die Spur zu bringen.
Schon nach dem EM-Viertelfinalaus 2024 hatte Nagelsmann gesagt: „Wir wollen Weltmeister werden.“ Vor dem Turnierstart wiederholte er diesen Satz inhaltlich und machte zugleich klar, dass jeder nominierte Spieler die Pflicht habe zu zeigen, dass er bereit ist. Die Botschaft ist deutlich: Deutschland reist nicht nach Nordamerika, um sich zu orientieren, sondern um den Titel anzugreifen.
Doch genau an dieser Stelle beginnt das Problem. Die DFB-Elf geht ohne fest etablierte Startelf in das Turnier, und selbst die zentrale Frage nach einem echten Neuner ist weiter offen, möglicherweise mit Deniz Undav als Lösung. Im Mittelfeld scheint Nagelsmann zwar auf Aleksander Pavlovic und Felix Nmecha zu setzen, doch die beiden standen erst zweimal gemeinsam auf dem Platz. Das ist wenig für eine Mannschaft, die sich auf einen langen Titelweg einstellen will.
Im Tor bleibt die Lage ebenfalls heikel. Manuel Neuer ist mit 40 Jahren der letzte verbliebene Spieler aus Deutschlands WM-Siegerteam von 2014 in Brasilien. Nagelsmann hat ihn vor Oliver Baumann wieder zur Nummer eins gemacht, aber Neuer hat immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Ausgerechnet auf dieser Position, auf der Erfahrung besonders zählt, bleibt die Fitness ein Thema, das sich nicht einfach wegdiskutieren lässt.
Die Gruppe selbst wirkt auf dem Papier machbar, aber nicht belanglos. Deutschland trifft auf Curaçao, den WM-Debütanten und 82. der Weltrangliste, auf die Elfenbeinküste als Nummer 34 und auf Ecuador als Nummer 23. Das gibt dem Team die Chance, früh in einen Rhythmus zu kommen. Nach den Gruppenphasen-Ausgängen 2018 und 2022, einschließlich des 1:2 gegen Japan in Katar, ist genau dieser Start für Deutschland ein Test, ob Anspruch und Wirklichkeit diesmal zusammenfinden.
Rudi Völler hat zugleich angekündigt, dass es unmittelbar vor Spielen keine Last-minute-Aktionen oder Interviews mehr geben werde. Das passt zu einer Mannschaft, die nach den Rückschlägen der vergangenen Turniere vor allem eines braucht: Ruhe. Ob Nagelsmann aus dem offenen Kader rechtzeitig eine Weltmeister-Mannschaft formen kann, entscheidet sich nicht an der Ansage. Es entscheidet sich daran, ob Deutschland in Nordamerika schnell genug zusammenfindet, um diesem Ziel auch standzuhalten.

