Am Donnerstag entscheidet sich in Belgrad, ob Johan Eliasch Präsident des internationalen Ski- und Snowboardverbands bleibt oder nach 2021 den Platz räumt. Der 64-Jährige tritt zur Wiederwahl an, doch die Abstimmung ist längst zu einem offenen Machtkampf geworden.
Genau deshalb suchen viele im Wintersport jetzt nach diesem Termin: Die Wahl kann die Führung der FIS neu ordnen und damit direkt beeinflussen, wie der Verband in einer Phase wachsender Zweifel geführt wird. Eliasch tritt über den Georgischen Skiverband an, nachdem ihn weder Schweden noch Großbritannien nominiert hatten. Sein Gegenkandidat ist der Liechtensteiner Alexander Ospelt, nachdem Victoria Gosling zurückgezogen hat.
Der Druck auf Eliasch kommt vor allem aus den großen nationalen Verbänden. Der ÖSV unterstützt Ospelt, der DSV will die Wiederwahl des Amtsinhabers in Belgrad verhindern. DSV-Generalsekretär Stefan Schwarzbach nannte als größtes Versäumnis den enormen Vertrauensverlust im internationalen Ski- und Snowboardsport. Christian Scherer ging noch weiter und sagte, Eliasch habe viele Dinge angestoßen, sei in einigen Punkten aber kläglich gescheitert; ein Verbleib an der Spitze wäre für die FIS eine Zerreißprobe.
Scherrer verwies dabei auch auf sinkende Reserven, eine besorgniserregende Zukunft und neue kommerzielle Verträge, die nach seiner Einschätzung unter dem Niveau der vergangenen Zyklen liegen. Er sagte zudem, in Belgrad zeige sich klar der Wunsch nach einem Wechsel an der Spitze. Viele setzten auf Ospelt, den er als integren, ruhigen Teamplayer der Mitte beschrieb.
Eliasch versucht derweil, die Lage als tragfähig darzustellen. Er sagte, zehn von 80 Verbänden hätten bereits einen Wechsel gefordert, aber 70 weitere blieben. Zugleich verwies er auf seine Reise nach Georgien und lobte das Land als sportbegeistert mit großen Bergen. Für die FIS bleibt damit vor dem Donnerstag eine einfache, aber folgenschwere Frage offen: Hält die Mehrheit dem amtierenden Präsidenten die Treue oder beginnt in Belgrad eine neue Amtszeit ohne ihn?

