Am Dienstag, dem 9. Juni, erreicht ein neues Frontensystem die Zentralzone Chiles und bringt Regen, starke Winde, Schnee in der Cordillera und später eine kalte Luftmasse mit möglichem Frost. Für Menschen zwischen Biobío und Coquimbo ist das nicht nur eine weitere Wettermeldung, sondern der Beginn eines klar datierbaren Umbruchs, der sich über mehrere Tage zieht.
Gerade heute wird el tiempo so genau verfolgt, weil der Ablauf schon feststeht: Der Niederschlag soll um die Mittagszeit in der Region Biobío einsetzen, am frühen Nachmittag Ñuble erreichen und in der Nacht Maule erfassen, bevor sich das System weiter über Zentralchile schiebt. Wer die Hauptstadt im Blick hat, findet ähnliche Einordnungen auch bei Pronostico Del Tiempo Santiago: Kälte hält Hauptstadt weiter im Griff, doch diesmal steht ein breiter Streifen von der Südhälfte Zentralchiles bis in den Norden im Fokus.
Die kräftigste Phase wird für Mittwochvormittag in Valparaíso und in der Metropolregion erwartet. Dort könnte die Front den Tag mit Regen und Wind prägen, auch wenn in manchen Orten nicht mehr als 20 Millimeter fallen dürften. In den Bergen sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 1.900 Meter, und oberhalb dieser Höhe ist Schnee zu erwarten. Große Neuschneemengen auf diesem Niveau sind zwar nicht vorgesehen, doch an den höchsten Gipfeln können sich dennoch markante Summen von fast einem halben Meter ansammeln.
Auch der Wind bleibt ein entscheidender Faktor. Meteored rechnet am Dienstag in der Cordillera zwischen Biobío und Maule mit Böen bis 70 km/h, an der Küste derselben Regionen mit bis zu 60 km/h. In den Bergen von O'Higgins, der Metropolregion und Valparaíso können nach einer jüngsten Warnung der Dirección Meteorológica de Chile Windspitzen von 60 km/h auftreten. Selbst wenn sich das System weiter abschwächt, bleibt Coquimbo nicht außen vor: In der Cordillera dort könnten die Böen am Mittwoch noch 80 km/h erreichen, obwohl die Front dann bereits deutlich schwächer sein dürfte.
Das schwächere Ende des Systems ist zugleich sein unberechenbarster Teil. In der Region Coquimbo wird der Regen vor allem die vorandinen Gebiete treffen, mit Schwerpunkt in Choapa und im südlichen Elqui; schwache Schauer in Ovalle am Nachmittag sind ebenfalls nicht ausgeschlossen. Die Lage bleibt dabei lokal offen, denn wie viel Regen und Wind am Ende tatsächlich ankommt, ist noch nicht exakt festzulegen. Nach dem Durchzug der Front strömt zudem eine Luftmasse subpolaren Ursprungs ein und lässt die Temperaturen rasch fallen. Für Donnerstag, den 11. Juni, wird deshalb ein sehr kalter Morgen mit möglichem Frost in den vorandinen Zonen und im Innenland Zentralchiles erwartet.
Für die Woche danach zeichnet sich schon das nächste System ab. Ab Freitag, dem 12. Juni, könnte eine neue Kaltfront mit atmosphärischem Fluss Biobío erreichen und sich zwischen Samstag, dem 13. Juni, und Sonntag, dem 14. Juni, erneut Richtung Zentral- und Nordzentralchile bewegen. Ob sie Coquimbo am Ende erreicht, ist noch offen. Wer die Entwicklung weiterverfolgt, sollte also nicht nur auf den heutigen Frontdurchgang schauen, sondern auch auf das, was direkt danach von Süden her nachschiebt.

