Andre Agassi saß am 5. Juni 2026 in Paris auf der Tribüne, als Alexander Zverev im Halbfinale der French Open gegen Jakub Mensik antrat. An seiner Seite war sein Sohn Jaden Agassi.
Dass der frühere Weltranglistenerste ausgerechnet bei einem der großen Termine des Turniers auftauchte, erklärt, warum der Name Steffi Graf Andre Agassi an diesem Tag wieder im Mittelpunkt stand. Es war ein Auftritt, der weniger wie ein offizieller Termin wirkte als wie ein Familienausflug zu einem der wichtigsten Spiele in Paris.
Jaden Agassi ist der Teil der Geschichte, der den Abend über den gewöhnlichen Promi-Besuch hinaushebt. Der 24-Jährige wurde 2025 in die deutsche Baseball-Nationalmannschaft berufen und hat den Tennisschläger früh beiseitegelegt. In einem Interview mit Sportschau sagte er, seine Eltern hätten immer nur gewollt, dass er glücklich ist und das macht, was er liebt.
Genau dort liegt der Reiz dieser Szene: Der Sohn zweier Tennis-Ikonen steht in einem Tennisstadion, aber nicht als Spieler mit Ambitionen auf dem Court. Jaden sagte, Tennis sei für ihn nie das Richtige gewesen. Er habe als Kind zwar ein wenig gespielt, doch der Sport sei ihm zu einsam gewesen; Baseball passe besser zu ihm, weil dabei bis zu 40 Menschen beteiligt seien und es um Brüderlichkeit gehe.
Andre Agassis Auftritt in Paris fügt sich damit in eine Geschichte ein, die weit über ein Halbfinale hinausreicht. Während Zverev und Mensik um den Einzug ins Endspiel kämpften, blieb eine wichtige Frage offen: Steffi Graf war an diesem Abend nicht zu sehen. Gerade das macht den Besuch bemerkenswert, weil er die Aufmerksamkeit auf den Vater-Sohn-Moment lenkt und auf die klare Entscheidung des Sohnes, einen anderen Weg als seine Familie zu gehen.
Für die French Open ist das mehr als ein kurzer Promi-Blick von der Tribüne. Es zeigt, wie stark das Turnier in Paris noch immer jene anzieht, deren Namen den Tennis-Sport seit Jahrzehnten prägen — auch wenn der jüngere Agassi längst im Baseball zu Hause ist.

