Am 7. Juni registrierte Chile mehrere Erdbeben, darunter ein Beben der Stärke 4,7, das 83 Kilometer westlich von San Antonio de los Cobres in 187 Kilometern Tiefe lag. Es war das stärkste der an diesem Tag gemeldeten Ereignisse und ragt in einer Tagesbilanz hervor, die sonst vor allem aus schwächeren Bewegungen bestand.
Genau deshalb wird terremoto hoy heute so häufig gesucht: Die seismische Aktivität konzentrierte sich an einem einzigen Tag auf mehrere Orte im Norden des Landes, von Chañaral über Calama und Socaire bis Antofagasta, Caldera, Ollagüe und Mina Collahuasi. Wer wissen will, was an diesem Tag wirklich passiert ist, sucht nach den Orten und den Tiefen der Beben, nicht nur nach einer Schlagzeile.
Unter den weiteren registrierten Erdstößen war ein Beben der Stärke 4,6, 62 Kilometer nordöstlich von Chañaral und 36 Kilometer tief. Dazu kamen mehrere schwächere Ereignisse, etwa 3,3 bei Antofagasta, 3,2 nordöstlich von Calama und 3,5 südöstlich von Socaire. Manche lagen sehr tief, darunter 271 Kilometer bei Socaire oder 208 Kilometer südöstlich von Ollagüe, was erklärt, warum sie deutlich weniger auffällig gewesen sein dürften als ein flacheres Beben.
Die Mischung aus spürbar stärkeren und tiefen, eher unmerklichen Bewegungen ist der Punkt, an dem die Zahlen nicht sauber zusammenpassen wollen. Ein Beben der Stärke 4,7 steht in derselben Tagesliste wie mehrere Erschütterungen, die wahrscheinlich kaum jemand bemerkt hat, doch aus den verfügbaren Angaben geht nicht hervor, ob Menschen etwas davon spürten oder ob Schäden entstanden. Gerade diese Lücke macht die Meldung für Leser wichtig, die wissen wollen, ob die Tagesbilanz nur registriert wurde oder auch Folgen hatte.
Chile liegt an der Grenze zwischen der Nazca- und der Südamerikanischen Platte, und deshalb gehören solche Meldungen zum geologischen Alltag des Landes. Der Centro Sismológico Nacional de la Universidad de Chile informiert fortlaufend über jüngste temblores und wird auch die nächsten Registrierungen für den 7. Juni und die folgenden Tage einordnen. Für den Moment bleibt das auffälligste Detail dieses Tages klar: Das stärkste Beben lag westlich von San Antonio de los Cobres, und die restlichen Erschütterungen zeichnen das Bild eines sehr bewegten Seismustags.

