Hans-Joachim Watzke hat Erling Haaland öffentlich in Richtung Real Madrid geschoben. Der langjährige Dortmunder Funktionär sagte, der Norweger werde zwar nächste Saison bei Manchester City bleiben, er glaube aber, dass Haaland in zwei oder drei Jahren für Madrid spielen werde.
Dass Watzke das so klar formuliert, macht die Aussage brisanter als eine gewöhnliche Transferlaune. Haaland ist bei Manchester City bis 2034 gebunden, doch Watzke beharrte darauf, der Stürmer habe sich für niemanden festgelegt und verstecke seine Bewunderung für Real Madrid nicht. Für Leser in Spanien und England ist das mehr als nur ein Gerücht: Es betrifft einen der gefragtesten Angreifer der Welt und zwei der reichsten Clubs des Fußballs.
Watzke kennt Haaland aus seiner Zeit bei Borussia Dortmund. Der Stürmer hatte 2019 bei Red Bull Salzburg seinen Durchbruch, wechselte 2020 nach Dortmund und 2022 weiter zu Manchester City. Seitdem zählt er zu den besten Neunern der Welt, und gerade deshalb bekommt jede Bemerkung über seine Zukunft sofort Gewicht.
In einem Gespräch mit AS sagte Watzke, er wisse sehr gut, was Haaland denke, und könne sagen, dass der Angreifer Real Madrid sicher bewundere und dort spielen wolle. Einen ähnlichen Ton schlug er später nochmals an: Haaland liebe Real Madrid, mache daraus kein Geheimnis und werde aus seiner Sicht in zwei oder drei Jahren dort auflaufen. Gleichzeitig betonte er, Haaland habe sich niemandem verpflichtet - nicht zuletzt mit Blick auf die lange City-Laufbahn bis 2034.
Genau dort liegt der Haken an der großen Madrid-Erzählung. Ein Wechsel in naher Zukunft passt kaum zu einem Vertrag, der noch fast ein Jahrzehnt läuft. Auch Real Madrid spielt das Thema schon länger an: Der Präsidentschaftsbewerber Enrique Riquelme hat Haaland als Ziel genannt, sollte er Florentino Pérez verdrängen. Doch solche Versprechen gehören im Klubwahlkampf fast zum Werkzeugkasten, und Riquelmes Haaland-Ankündigung wurde dem Vernehmen nach von seinem Vater und auch von seinem Umfeld zurückgewiesen.
Für den Moment bleibt die Botschaft deshalb klarer als jeder Transferplan: Watzke sieht Haaland weiter bei Manchester City in der kommenden Saison, aber nicht zwingend darüber hinaus. Ob aus der öffentlichen Vorhersage in zwei oder drei Jahren ein echter Deal wird, hängt am Ende nicht an Watzkes Worten, sondern daran, ob Real Madrid den Spieler tatsächlich bekommt, den Haaland schon jetzt laut ihm so sehr bewundert.

