Rainhard Fendrich stand am Samstagabend beim Summer-Opening in Schladming auf der Bühne. Vor Tausenden Besuchern im Planai-Stadion machte der 71-Jährige daraus mehr als einen Tourtermin: Für ihn war es, wie er sagte, „eine große Ehre“, an einem Ort zu spielen, an dem er seine Jugend verbracht habe.
Genau deshalb suchten viele an diesem Wochenende nach seinem Namen. Der Auftritt kam nach wetterbedingten Sorgen und fiel in einen Schladminger Konzertreigen, der bereits Scooter, Sarah Connor und Roland Kaiser gesehen hatte. Fendrich selbst trat mit einer Jubiläumstour an und ließ einen Querschnitt durch 45 Jahre Bühne folgen. Er begann mit „Vorbei“ und sang später auch „Früher war nicht alles besser“, „Der Wind“ und „Von Zeit zu Zeit“.
Vor dem Konzert sprach Fendrich über das, was ihn an großen Abenden bis heute beschäftigt. „Man stirbt immer einen kleinen Tod auf der Bühne und wird mit dem Applause wiedergeboren“, sagte er und fügte hinzu: „Jedes Konzert ist anders“. Auch Open-Air-Auftritte blieben unberechenbar, denn es könne regnen oder „irrsinnig heiss“ werden. Dass an diesem Abend trotzdem so viele kamen, gab dem Auftritt zusätzliches Gewicht.
Eine kleine Reibung blieb in seiner Wortwahl. Mit dem Begriff „Fans“ tut sich Fendrich nach eigenen Worten nicht wohl, weil er darin etwas sieht, das für ihn an Hysterie grenzt. Stattdessen sprach er lieber über die Menschen vor der Bühne, die ihm direkt sagen, was ihnen nicht gefällt. Gerade vor diesem Hintergrund wirkte der Abend in Schladming weniger wie ein distanzierter Star-Termin als wie ein Auftritt zwischen Nähe und Zurückhaltung, getragen von einem Publikum, das ihn seit Jahrzehnten begleitet.
Am Ende bleibt die Frage nach dem Rest des Abends offen, aber das Wesentliche war schon klar: Schladming bekam keinen kurzen Nostalgie-Moment, sondern einen Abend mit einem erfahrenen Künstler, der sich an einem Ort aus seiner Jugend sichtbar angenommen fühlte. Sonntag sollte der letzte Höhepunkt der Woche werden; Fendrich hatte mit seinem Konzert am Samstagabend den Maßstab gesetzt.

