Christian Pulisic trägt in diesem Sommer die No. 10 der US-amerikanischen Nationalmannschaft. Der 27-Jährige machte die Rückennummer gleich im ersten Test vor der Weltmeisterschaft gegen Senegal sichtbar, als er ein Tor erzielte und eine Vorlage lieferte.
Darum suchen Fans und Beobachter gerade jetzt nach seinem Namen: Die USMNT geht in einen WM-Sommer, und Pulisic steht mit dem Shirt auf dem Platz, das im Fußball mehr Gewicht hat als jede andere Zahl. Die 10 ist seit Jahrzehnten mit Spielern wie Pelé, Lionel Messi und Diego Maradona verbunden, und für die USA bekommt sie in diesem Jahr zusätzliche Bedeutung, weil das Team in seine zweite Weltmeisterschaft auf heimischem Boden geht.
Für Pulisic ist das keine neue Nummer, auch wenn sie erst jetzt ihre größte Bühne bekommt. Schon 2015 trug er die 10 bei der U17, bei seinem Debüt für die A-Nationalmannschaft 2016 lief er mit der 17 auf und wechselte später zur 11. Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar stand dann ebenfalls die 10 auf seinem Rücken. Dass er sie nun wieder trägt, unterstreicht, welchen Platz er im Angriff der Mannschaft einnimmt.
Gleichzeitig ist die Auswahl nicht ohne Reibung. Tim Ream führt die Mannschaft als Kapitän durch den Sommer, doch das symbolträchtigste Trikot gehört Pulisic. Genau diese Trennung zwischen Binde und Rückennummer macht die Geschichte interessant: Die USMNT bindet ihre bekannteste Offensivfigur mit der 10 an die Bühne, auf der Erwartungen sofort mitlaufen.
Auch die jüngere Vergangenheit erklärt, warum dieser Sommer so genau beobachtet wird. Als Pulisic nicht im Aufgebot stand, trugen Diego Luna, Alex Zendejas, Cristian Roldan und Jesus Ferreira die No. 10. Zuletzt hatte Mix Diskerud diese Nummer bei einer Weltmeisterschaft für die USA getragen, 2014 in Brasilien. Seitdem war das Shirt selten frei, aber selten so eng mit einem Namen verbunden wie jetzt.
Der Druck auf Pulisic kommt nicht nur aus der Symbolik. Er war auch dafür kritisiert worden, seit 2024 nicht mehr für die Nationalmannschaft getroffen zu haben, und für eine schwierige zweite Hälfte der Saison 2025–26 bei AC Milan. Der Auftritt gegen Senegal, bei dem er traf und vorbereitete, war deshalb mehr als ein gelungener Test. Er war ein erstes Zeichen, dass die 10 in diesem Sommer nicht nur Namen trägt, sondern auch Produktion.
Die offene Frage beginnt dort, wo der Sommer erst wirklich ernst wird: ob Pulisic die Last der No. 10 in den Spielen der Weltmeisterschaft in Wirkung umsetzen kann. Für die USA ist die Nummer gesetzt. Für den 27-Jährigen beginnt der eigentliche Test erst mit dem Turnier auf heimischem Boden.

