Mirra Andrejewa hat am Samstag in Paris ihren ersten Grand-Slam-Titel gewonnen. Die 19-Jährige schlug Maja Chwalinska im Finale der French Open mit 6:3, 6:2 und verwandelte nach 1:22 Stunden ihren ersten Matchball.
Damit ist Andrejewa die erste Teenagerin seit Coco Gauff bei den US Open 2023, die einen Major-Titel holt, und die jüngste Siegerin von Roland Garros seit Monica Seles 1992. Die Russin, die in Paris als Nummer acht gesetzt war, steigt nach dem Turnier auf Rang sechs der Weltrangliste und kassiert 2,8 Millionen Euro Preisgeld.
Für die Suche nach dem Namen Andrejewa gibt es an diesem Samstag einen klaren Grund: Sie hat nicht nur ein großes Finale gewonnen, sondern gleich ein Stück Tennisgeschichte geschrieben. Nach dem letzten Punkt hielt sie die Trophäe in den Händen und sagte, es sei ein großer Traum gewesen, dieses Turnier zu gewinnen; zugleich konnte sie kaum glauben, dass sie die Trophäe gerade halte.
Chwalinska machte den Weg bis ins Endspiel dennoch bemerkenswert. Die 24 Jahre alte Polin, vor dem Turnier nur auf Platz 114 geführt, war die erste Qualifikantin in dieser Geschichte, die ein Grand-Slam-Finale erreichte, und hatte sich mit neun Siegen in Serie bis dorthin gespielt. Für sie blieb es bei der Finalniederlage, auch wenn sie mit 1,4 Millionen Euro und einem Sprung auf Platz 21 der Weltrangliste nach Hause geht.
Das Finale selbst ließ die Lücke zwischen Lauf und Ausgang sichtbar werden. Chwalinska hatte Andrejewa noch von einem starken Turnierstart abgehalten, aber nach dem entscheidenden Break zum 4:3 im ersten Satz zog die Siegerin auf 5:3 davon und machte kurz darauf den Satz zu. Im zweiten Durchgang lag Andrejewa nach etwas mehr als 20 Minuten bereits 5:0 vorn, und trotz Wind blieb Chwalinskis Widerstand am Ende zu kurz, um das Ergebnis zu kippen.
Für Andrejewa ist der Titel mehr als ein Eintrag in der Statistik. Er verändert ihre Stellung im Feld sofort, aber er beantwortet noch nicht die größere Frage, wie weit dieser Durchbruch sie in den kommenden Monaten tragen wird. Fest steht nur: Am Samstag in Paris endete das French Open nicht mit einer Überraschung, sondern mit der Ankunft einer Spielerin, die schon jetzt in einer anderen Klasse gemessen wird.

