Claudio Alvarado stellte am 22. Mai im letzten Kabinettstreffen den formalen Plan für die operative Zusammenlegung von Interior und Segegob vor. Der Umbau begann sofort zu greifen, ohne auf ein Gesetz im Kongress zu warten, und änderte die politische und kommunikative Steuerung der Regierung noch am selben Tag.
Genau deshalb wird ministro alvarado jetzt gesucht: Weil sich mit seinem Eintritt ins Innenministerium nicht nur ein Organigramm verschoben hat, sondern die Art, wie La Moneda Entscheidungen bündelt. Das Ziel war laut Regierung, öffentliche Politik, Inhalte und Kommunikationsstrategie enger aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig endeten die festen Montagspressebriefings, und ein Teil des Secom-Systems um Felipe Costabal sowie die Rolle von Cristian Valenzuela wurden neu justiert.
Der Umbau lief in einer Geschwindigkeit, die für Regierung und Ministerien sofort spürbar war. Am 20. Mai, einen Tag nach dem Kabinettswechsel, fand das erste sektorale Koordinierungstreffen statt. In der ersten Woche kamen 12 bilaterale Treffen mit allen Ministerien zusammen. Diese Runden sollen sich alle zwei Wochen wiederholen. Jeden Donnerstag müssen die Ressorts ihre Prioritäten und positiven Ankündigungen an einen zentralen Ausschuss schicken, damit sie bewertet werden. Für institutionelle Pressepunkte bei Kontingenz soll künftig der stellvertretende Innenminister Max Pavez zuständig sein.
Doch die neue Ordnung enthält eine Spannung, die sich im offiziellen Design selbst zeigt. Alvarado soll strukturelle Fragen nach dem Plan nur einmal pro Woche behandeln, wenn es möglich ist. Gleichzeitig konsultiert das System ihn inzwischen bei allen Entscheidungen, weil es als permanente Struktur angelegt ist und nicht erst auf einen Gesetzesbeschluss wartet. Das macht aus einer angeblich punktuellen Rolle einen dauerhaften politischen Filter für die gesamte Koordination.
Der Hintergrund dieser Veränderung reicht bis in den Januar zurück, als die Idee in der damaligen Oficina del Presidente Electo bereits besprochen worden war. Nach dem Einzug von José Antonio Kast in La Moneda begann die Secretaría de Comunicaciones direkt von Cristian Valenzuela abzuhängen; in diesem Rahmen wurden auch die Briefings von Mara Sedini gemeinsam überprüft. Aus dem Palast hieß es zudem, das Verhältnis zwischen Alvarado, Valenzuela und Felipe Costabal sei seit der OPE-Phase optimal gewesen.
Damit steht die Regierung nun vor einem Modell, das praktisch läuft, bevor der rechtliche Rahmen nachgezogen ist. Die operative Fusion von Interior und Segegob bleibt vorerst dauerhaft in Kraft, die bilateralen Treffen laufen im Zwei-Wochen-Takt weiter, und offen bleibt nur, wie lange dieser Zustand Bestand hat, bevor der Kongress überhaupt über einen formalen Gesetzentwurf entscheidet.

