Lesen: EZB vor Leitzins-Entscheidung: Inflation steigt auf 3,2 Prozent

EZB vor Leitzins-Entscheidung: Inflation steigt auf 3,2 Prozent

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit
Anzeige

Die Inflation im Euro-Raum ist im Mai auf 3,2 Prozent gestiegen, und damit wächst der Druck auf die , ihren Leitzins schon nächste Woche anzuheben. Für ist die Richtung klar: Die Notenbank sei bereit zu handeln, wenn es die Datenlage erfordert.

Die Entscheidung fällt am 11. Juni, und nach Einschätzung von dürfte die EZB bei ihrer Zinssitzung am Donnerstag kommender Woche den Leitzins erstmals seit September 2023 anheben. Eine Erhöhung würde die Kreditkosten weiter nach oben treiben, vor allem bei Wohnkrediten, und damit Haushalte im gesamten Euro-Raum direkt treffen.

Dass die Debatte jetzt so scharf geführt wird, liegt auch an den jüngsten Preiszahlen in Österreich. Dort liegt die Inflation seit März über der Dreiprozentmarke, im Mai kletterte sie laut Schnellschätzung auf 3,7 Prozent. Im gesamten Euro-Raum war die Teuerung im Mai so hoch wie seit Herbst 2023 nicht mehr; im April hatte sie noch bei 3,0 Prozent gelegen.

- Advertisement -

Vor allem Energie treibt die Entwicklung weiter an. Im Euro-Raum kostete Energie binnen Jahresfrist 10,9 Prozent mehr, Dienstleistungen verteuerten sich um 3,5 Prozent und Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak um zwei Prozent. Genau hier liegt das Problem für die Notenbank: Die EZB hält mittelfristig 2,0 Prozent Inflation für ideal, doch der Abstand zum aktuellen Wert bleibt groß. Unter Analysten gilt deshalb eine Anhebung als praktisch ausgemacht.

Der Spielraum nach oben ist trotzdem nicht unbegrenzt. Neben den Energiepreisen verweisen Ökonomen auch auf Zweitrundeneffekte, wenn Unternehmen höhere Kosten an ihre Kunden weitergeben und Löhne nachziehen. Sollte sich dieser Druck verfestigen, dürfte die EZB die Zinsen nach der Sommerpause womöglich erneut anheben. Bis dahin bleibt die Frage nicht, ob die Währungshüter handeln, sondern wie kräftig.

Anzeige
Diesen Artikel teilen